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Filmkritiken
07/25/2017

"Wish Upon": Verwünschte Wunscherfüllung

Ein Highschool-Mädchen erhält eine alte chinesische Spieluhr, die angeblich jeden Wunsch erfüllt. Das ergibt den Ausgangspunkt für ein perfektes kleines böses Grusel-Märchen.

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, jene berühmte Fee zu treffen, die uns drei Wünsche erfüllt? Nun zeigt uns Regisseur John R. Leonetti („Annabelle“), dass es noch viel besser geht, denn einem Teenagermädchen fällt eine alte chinesische Spieluhr in die Hände, deren Besitzern sogar die Erfüllung von sieben Wünschen versprochen wird - und es scheint tatsächlich zu klappen, denn bald führt die 17-jährige Clare ein perfektes Leben voller Geld, Erfolg und Liebe. Doch als dann immer mehr Menschen aus ihrer Umgebung eines gewaltsamen Todes sterben, wird ihr auf brutale Weise deutlich gemacht, dass alles seinen Preis hat und die überirdischen Mächte nicht mit sich spaßen lassen.

Nach dem ziemlich enttäuschenden „Wolves at the Door“, in dem Leonetti versuchte, die authentischen Manson-Morde auszuschlachten, überzeugt er nun mit einem kleinen bösen Märchen, bei dem alles richtig gemacht wurde. Die sehr einfach gehaltene Geschichte funktioniert bestens und wirkt niemals an den Haaren herbeigezogen; die übernatürlichen Momente fügen sich ganz problemlos in die Handlung ein.

Unfalltendenz steigend

Dass hinter dem ganzen Geschehen ein asiatischer Fluch steckt, war ebenfalls eine gute Idee und die mit geheimnisvollen chinesischen Schriftzeichen bedeckte Spieluhr macht auch optisch etwas her. Wenn sich dann die Box regelmäßig wie durch Geisterhand öffnet und der Spielmechanismus ausgelöst wird, weiß man sofort - in wenigen Sekunden wird wieder etwas Fürchterliches geschehen. Höchstens in einer Hinsicht wurde übertrieben: sobald sich ein weiterer Todesfall ankündigt, häufen sich die gefährlichen Situationen derart, dass man sich an die Filmreihe „Final Destination“ erinnert fühlt. Aber natürlich tragen solche Momente enorm zur Spannung bei und sollen uns obendrein auch hinterlistig in die Irre führen. Einmal geht das so weit, dass uns gleichzeitig zwei potentielle Opfer präsentiert werden und es entscheidet sich erst nach haarsträubenden Beinahe-Unfällen, wen es nun tatsächlich treffen wird.

Der Film regt außerdem zum Nachdenken an, denn man zerbricht sich gemeinsam mit dem Mädchen den Kopf, wie es gelingen könnte, die diabolische Wunschbox endlich auszutricksen.

8 von 10 wunschlosen Unglückspunkten

franco schedl

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Ein Teenagermädchen erhält ein Kästchen mit magischen Fähigkeiten: sieben Wünsche werden erfüllt, doch man zahlt einen hohen Preis dafür.