Xiao Wu

 VRC/HK 1997
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Als Straßenkinder haben sich Xiao Wu und Xiao Yong Blutsbrüderschaft geschworen. Jahre später schlägt sich der schmächtige Xiao Wu noch immer als Taschendieb durch, während Xiao Yong vom Zigarettenschmuggler zum Zigarettenhändler aufgestiegen ist. In Fenyang, einer kleinen Stadt in China, die von der Bedeutungslosigkeit der Provinz ausgedörrt wird wie ein Wasserloch von der Wüste, gilt die Hochzeit des Aufsteigers als Ereignis. Xiao Wu ist nicht eingeladen. Seine Vorwürfe wischt der vergeßliche Freund zur Seite. Die Bekanntschaft mit einem Dieb ist im China eines zögerlich legalisierten Handels nicht mehr dienlich.In der Stadt künden Plakate vomWertewandel: Wer Privateigentum nicht achtet, soll strenger bestraft werden. Für den Bauernsohn Xiao Wu, der die soziale Kontrolle des Dorflebens als Enteignung der Seele begreift, wird die Strafe darin liegen, öffentlich als Dieb ausgestellt zu werden. Xiao Wu ist ein Un- zeitgemäßer, ein Übriggebliebener wie jener Müßiggänger aus Fellinis I Vitelloni, der noch an der rebellischen Phase der Narrenfreiheit festhält, als seine Kumpel sich schon inArbeit und Ehe geflüchtet haben. (...)Wie kein Film zuvor bringt dieser kleine, aber anBeobachtungsgabe reiche Film Chinas Dilemma zu Gehör: Die Lebensäuße- rungen des einzelnen gehen imLärm der Industri- alisierung unter. (Heike Kühn)Text: Viennale 98

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Jia Zhangke

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