Youki 16 Programmblock 9

 2014
Kurzfilm 
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Eine Reihe von Kurzfilmen, die von Kindern und Jugendlichen gemacht wurden...

1. Rauschen (Schweiz/ Schweizer Jugendfilmtage)

In seiner essayistischen Miniatur Rauschen spürt Dominik Scherrer jugendlichen Erinnerungen an zentrale, selbst erlebte Rauscherfahrungen nach. Gleichsam antithetisch zu themenverwandten, plakativ bebilderten Film- und Reality-TV-Formaten wird der Rausch in seinem Fall lediglich auf der Tonebene manifest: Die dokumentarische Form widersetzt sich gänzlich der Notwendigkeit, realitätsnahe Bilder zu inszenieren, und reflektiert stattdessen die Romantisierung und Verklärung des Erlebten, die jeden Erinnerungsprozess bedingt.

2. Holz einräumen (Österreich/ Simon Spitzer)

Ein in Wien lebender Student besucht seinen Vater, um ihm beim Einräumen der alljährlichen Holzlieferung zu helfen. Die Dialoge bleiben trotz des spürbaren Bemühens oberflächlich und trivial, das festgefahrene Familiengefüge scheint unabänderlich. Getragen von prägnanter Bildsprache und exakter Dramaturgie verdichten sich in Holz einräumen Teilaspekte generationsbedingter Diskrepanzen zu einer präzisen Inszenierung und Figurenstudie. (sixpackfilm)

3. Bamboo Bamboo (Österreich/ Jessyca R. Hauser)

In einer Kinder-Vergnügungsbrache frönen blutlüstern geschminkte, hasenkostümierte Performer_innen ihrem animalischen Spieltrieb. Aufgestachelt von Wahnsinn, steter Wiederholung und den Anweisungen der Filmemacherin hinter der Kamera schwankt die archaisch-anarchische Versuchsanordnung konsequent zwischen Spiel und irrationaler Beklemmung. Bamboo Bamboo verschaltet vorgebliche Homevideo-Ästhetik mit der formal-inhaltlichen Konsequenz des jungen Harmony Korine. Spätestens im klaustrophobisch gefilmten Ringelreigen erweisen sich Leben und Tod als zwei Seiten der eigentlich gleichen Medaille.

4. Kitty (Slowakei/ Academy of Animation)

Eine kleine schwarze Katze will etwas, aber was sie will, ist für sie schwer zu erreichen. Und wenn es dann plötzlich doch möglich scheint, das heiß Begehrte zu vernaschen, hat die Gelüsteabteilung des Katzenhirns irgendwie schon wieder ihre Meinung geändert.

5. Unter uns das Blau (Deutschland/ Hochschule für bildende Künste Hamburg)

Sommerfrische zwischen Kornfeldern, ausgespuckte Obstkerne und Abenteuerlust - zwischen den Sujets einer malerischen Kindheit am Lande sind es besonders die zwischenmenschlichen Nuancen denen UNTER UNS DAS BLAU feinfühlig folgt. Beeindruckend, wie nah die Kamera am Blickwinkel der Kinder verweilt und sie der Sicht auf die Welt der Erwachsenen aus deren Perspektive nachspürt. Beeindruckend, wie die wenigen Vorkommnisse nach und nach mit Bedeutung aufgeladen werden.

6. Lullaby (Norwegen/ Samsen kulturhus)

Das Ende steht bevor. Gesetze gibt es keine mehr, es herrscht Krieg. Als atmosphärisch fotografierte Genre-Miniatur folgt Lullaby den Schicksalen dreier Menschen, die in einer zunehmend dystopischen Welt um ihr Überleben kämpfen.

7. WAR.MEMORIES.MOTHERS (Iran/ Hadi Ahmadi)

Im Bild: Eine Gruppe orientalisch gekleideter Männer. Alles, was das Offensichtliche übersteigt, ist unsicher. Wie viel Information geben (historische) Dokumente Preis? Wie viel Glauben schenken wir ihnen? Wie sehr richten wir unsere Meinung danach aus? Wie viel Vorurteil schreiben wir dem Gesehenen ein? Mit einem simplen filmischen Kniff bringt Hadi Ahmadi medial konstruierte Bilder und unsere naive Leichtgläubigkeit ins Wanken und erinnert an das, was schon die Band Fehlfarben postulierte: Geschichte ist gemacht!

8. Camouflage (Deutschland/ Stephan Kämpf)

Während einer Übung im Wald schminken sich zwei Soldaten gegenseitig mit Tarnfarbe. In dieser intimen Situation, in der jedes Zittern des Fingers auf dem Gesicht des anderen spürbar ist, versucht Max die Wahrheit über Christian herauszufinden. Der Prozess des Tarnens korrespondiert mit jenem der Offenlegung und widersetzt sich den heereshierarchischen Gepflogenheiten, die die Freundschaft der beiden Protagonisten zunehmend verunsichert und unter Druck setzt.

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