Filmkritiken
01/20/2015

ZAHMER GEISTER-GRUSEL MIT BRETT VORM KOPF

Kontakt mit den Toten herzustellen ist dank der entsprechenden Ausrüstung offenbar gar nicht schwer: ein sogenanntes Geisterbrett lässt redselige Seelen losplappern und mit vereinten Kräften können die wissbegierigen Frager sich die Antworten aus dem Jenseits zusammenbuchstabieren. Im Zeitalter von Male, Skype, Twitter, Facebook und SMS ist diese Methode natürlich hoffnungslos überaltert, aber für den sehr zahmen Horrorfilm von Regie-Debütant Stiles White stellt so ein Ouija-Brett genau das richtige Requisit dar.

Ein paar wagemutige Teenager nehmen das Brett zur Hand und werden unter geist-lichem Einfluss reihenweise dahingemeuchelt, weil das Böse von ihnen Besitz ergreift. Der Blick durch eine kleine dreieckige Glasscheibe (ein weiteres Ouija-Utensil) macht die Geister sogar sichtbar; in diesem Fall sind es zwei Störenfriede - ein kleines Mädchen und dessen besitzergreifende Mutter, die das Kind einst einer unschönen Behandlung unterzogen hat, um es zum Schweigen zu bringen.

Die Geschichte wird mit geradezu altmodischer Langsamkeit erzählt: als bevorzugter Schauplatz dient ein Wohnhaus, dessen Dachboden und vor allem Kellergeschoss manche üblen Geheimnisse bergen – aber allzu viel Angst entsteht dadurch weder bei den Filmfiguren noch bei den Zuschauern. Im Grunde ist „Ouija“ nämlich nur eine Auftragsarbeit für den amerikanischer Spielwarenhersteller Hasbro, um kräftig die Werbetrommel für dessen gleichnamiges Brettspiel zu rühren (und auch dass sich Michael Bays Name unter den Produzenten findet, spricht nicht gerade für das blutleere Werk).

5 von 10 Ouija-Bretter vor dem Kopf.