Filmkritiken
19.05.2016

"Zlatan: Ihr redet – ich spiele!": Packendes Filmporträt über einen Fußballprofi

Dieser Coming-of- Age Film eines Sportprofis ist auch interessant für A-Liga-Fußballbanausen.

Nein, ein Waserl ist er nicht. War er auch nie. 350 Fehlstunden hatte Zlatan Ibrahimovic er in der Schule in Malmö, wo der jetzige Fußballstar aufgewachsen ist. Fußball hat ihn eben schon immer mehr interessiert als Mathe und Schwedisch. Wobei: Englisch hat er inzwischen gelernt. Sehr gut sogar.

Auch für Menschen, die unverdächtig sind, sich für Fußball zu begeistern, ist dieses Filmporträt des bosnisch-kroatischen Emigrantenkindes ein lohnender Zeitvertreib. Die schwedischen Filmemacher Fredrik und Magnus Gertten zeigen den Weg des schwierigen, aber hochtalentierten Teenagers von Malmös Vorstadt über Amsterdam, wo er konfliktreiche Jahre bei Ajax verbrachte, bis zu seinem Durchbruch beim Millionenclub Juventus Turin.

Um provokante Aktionen war der 1,95-Meter-Riese nie verlegen: Er beschimpfte Journalisten als gescheiterte Existenzen, stritt mit seinen Trainern und rempelte Gegenspielern schon seinen Ellenbogen ins Gesicht. Die Doku offenbart aber auch die unbekannte, sanfte Seite des Fußballhünen. Wenn er erzählt, wie er nach der Scheidung der Eltern immer wieder vom alkoholkranken Vater zu seiner Mutter schlich, um bei ihr den Kühlschrank leer zu essen. Oder wie sein Vater ihn nie lobte, er nie gut genug für ihn war. Da ist auch Zlatan, der Star, nur ein Mensch.

Von Susanne Lintl

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