Filmkritiken
02.09.2015

ZUERST DAS GEWAND TAUSCHEN - UND DANN DAS LEBEN

Zwei beste Freundinnen tauschen zuerst ihre Kleider – und dann auch noch ihre Identitäten. Denn die eine fällt von einem Felsen herunter, und die andere schlüpft in das Leben der Toten.

Die in Kroatien geborene, in der Schweiz wohnhafte Andrea Štaka lieferte mit "Cure " den Nachfolgefilm zu ihrem Spielfilmdebut "Das Fräulein", der 2006 in Locarno den Goldenen Leoparden gewann. "Cure" spielt 1993 in Dubrovnik, kurz nach dem Ende der Belagerung. Die junge Linda übersiedelt aus der Schweiz zu ihrem Vater nach Kroatien und freundet sich mit Eta an. Als diese verunglückt, tun alle so, als wäre kaum etwas passiert. Linda schlüpft in die Rolle der Toten und wird von deren Großmutter sofort als Doppelgängerin akzeptiert. In Lindas Fantasie taucht Eta immer wieder auf und kommentiert das Geschehen – was die Geisterhaftigkeit verstärkt.

Martin Gschlachts Kamera fängt eindrucksvoll glasklare Bilder ein, die junge Sylvie Marinkovic als Linda beeindruckt mit ihrem Spiel. Doch letztlich bleibt die Geschichte in einer Rätselhaftigkeit stecken, die mehr nebulos als dringlich erscheint.