Filmkritiken
12.09.2013

ZWISCHEN ALLEN SESSELN DES LEBENS

Wenn die beste Freundin aus der Wohngemeinschaft auszieht und auch sonst keine freie Zeit mehr übrig hat, sollte man vielleicht selbst auch langsam erwachsen werden. Für Frances, eine 27-jährige Tänzerin ohne Karriere in New York, eine drohende Einsicht, der sie sich aber nicht so ohne weiteres stellen möchte. Stattdessen mäandert sie in ihrem Bekanntenkreis von Wohnzimmer-Couch zu Wohnzimmer-Couch, bucht sinnlose Trips nach Paris und sprengt spießige Konversationsabende. „Frances Ha“, gedreht in Schwarzweiß und im Duett geschrieben von Regisseur Noah Baumbach mit der unvergleichlichen Greta Gerwig, die auch die Hauptrolle spielt, ist ein schimmerndes Filmjuwel. Zu der Musik von David Bowie und dem Nouvelle-Vague-Komponisten Georges Delerue entfalten Baumbach und Gerwig traumtänzerisch die Geschichte einer jungen Frau zwischen allen Sesseln des Lebens. Gerwig spielt ihre Frances komisch-melancholisch und mit Lust am Slapstick. Auch die übliche Lovestory wird vermieden, denn: „Ich liebe Dinge, die aussehen wie ein Fehler.“

Ein humorvolles Großstadtmärchen in Schwarzweiß über das Erwachsenwerden nach dem Erwachsenwerden.