ZWISCHEN SITTENKOMÖDIE UND SITCOM

Zum letzten Mal griff Resnais auf sein bewährt famoses, spielfreudiges Stamm-Ensemble zurück – darunter seine langjährige Ehefrau und Kollaborateurin Sabine Azéma. In einer Mischung aus Sitcom und Sittenkomödie, angesiedelt in bewusst unecht aussehenden Pappmaschee-Kulissen, verhandeln drei Mittelstands-Paare ihre bürgerlichen Mores. Und ihre Ehe- und Familienprobleme.

Zwar bekleiden sie alle kunstferne Berufe, üben aber gleichzeitig die Texte zu einem Theaterstück ein, in dem sie als Laien auftreten. Während der Proben ereilt sie die Nachricht, dass ihr guter Freund Riley – eine Person, die im Film niemals zu sehen ist – nicht mehr lange zu leben hat. Sein bevorstehender Tod löst eine ungeahnte Kette an Reaktionen aus: Besonders die jeweiligen Ehefrauen entwickeln plötzlich für den sterbenden Mann ein übergroßes Mitgefühl, das eindeutig in erotisches Begehren umschlägt. Am Ende gibt es keine Frau, die nicht mit Riley eine Affäre sucht. Dabei schwebt der Gedanke an das Ende des Lebens spürbar über „Life of Riley“.

Komisch-absurde, aber auch schmerzhaft-dramatische Situationen, in denen sich Theatertexte mit Sätzen aus dem „wirklichen“ Leben der Figuren mischen, führen zu bittersüßen Doppelbödigkeiten.

Aimer, boire et chanter

Aimer, boire et chanter

F 2014
Komödie
04.07.2014
Alain Resnais
Zum dritten Mal in seiner Karriere als Regisseur diente Alain Resnais ein Theaterstück des britischen Autors Alan Ayckbourn als Vorlage.
6.00

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