Mulligans Rückkehr

BRD, A, 1978

Krimi

Ein Mann verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug, nach dem Unfall irrt er mit zwei Koffern durch eine Einöde. Der Taxistandplatz vor einem Hotel erweist sich als trügerischer Ort, denn obwohl sie keine Fahrgäste haben, behaupten die Chauffeure: "Dieses Taxi ist besetzt." Seinen Namen weiß der Fremde, der sich mittlerweile auch in der eigenen Existenz verirrt hat, nicht mehr, und auf die Frage, ob er verheiratet ist, antwortet er: "Da müssen Sie meine Frau fragen." Auch das Hotel ist kein Zufluchtsort, es gibt eine Uhr ohne Zeiger, die Telefone funktionieren nicht, das Stockwerk, auf dem sich sein Zimmer befindet, ist eine Baustelle, die Heizung funktioniert nicht, das Fenster im Raum ist zugemauert, die Liegestatt ein Totenbett.

Das von Helmut Käutner inszenierte "Traumspiel" zitiert Beckett und Kafka, vermittelt Bilder des Scheiterns und der Vergeblichkeit. Die Kameraperspektive verlässt manchmal die gewohnte Achse, das Schicksal ist rissig wie der Lehmboden, auf dem Mulligan zu Beginn geht. Kafkaeske Determination bestimmt das Hotel, eine moderne Version des Schloß: "Wenn man Ihnen den Raum zugeteilt hat, wird das schon seine Richtigkeit haben." Anders als Kafkas Helden reagiert der Delinquent hier jedoch mit einem "Sauerei, gottverdammte!" Die Spannung kulminiert in Brutalität, vom Wutausbruch bis hin zur öffentlich übertragenen Vergewaltigung mit letalem Ausgang. Fragen werden nicht beantwortet, am Ende des Albtraums wird keine Frage gelöst, der Tod zerbricht grundlos den Zerrspiegel, in dem der Protagonist gefangen war.




Länge:104 Minuten

  • Regie:Helmut Käutner

  • Kamera:Heinz Pehlke

  • Autor:Hans Frick nach seinem gleichnamigen Roman

  • Musik:Albert Mangelsdorff

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