Achilles to kame

 J 2008

Achilles and the Tortoise

Komödie 119 min.
7.50
film.at poster

Der kleine Machisu möchte unbedingt Künstler werden und zeichnet immerzu und überall.

Als Sohn eines reichen Kunsthändlers werden ihm bei diesem Berufswunsch natürlich keine Steine in den Weg gelegt. Doch als sein Vater stirbt, scheint sich sein Wunsch nicht zu erfüllen. Als junger Mann schafft es Machisu trotzdem auf die Kunstgewerbeschule. Dort findet er zwar ebenso vom Malen begeisterte Mitschülerinnen und Mitschüler, aber keinen Erfolg bei Galeristen oder Kundschaft. Auch als er sich intensiv mit den großen Meistern auseinandersetzt, schauen nur billige Imitate heraus. Dafür verliebt er sich in Sachiko, die ihm fortan bei seinem Künstlerdasein zur Seite steht. Wird er im Alter endlich als ernsthafter Maler wahrgenommen werden? Achilles and the Tortoise lässt sich verstehen als ironisches Selbstporträt des japanischen Regisseurs Kitano Takeshi, der im letzten Teil, wenn aus dem Kind des ersten und dem jungen Mann des zweiten der mittelalte des dritten geworden ist, die Rolle des Künstlers selbst übernimmt. Auch die Bilder, allesamt scheußlich, hat Kitano eigenhändig gemalt, und es gehört schon einiger Humor dazu, sie öffentlich vorzuzeigen. Die stets abweisende Kritik und die Vorschläge, wie es besser zu machen wäre, die ein Kunsthändler geduldig über die Jahrzehnte immer wieder anbringt, sind ebenso treffend, wie sie ziemlich genau einen kritischen Jargon nachbuchstabieren, der so albern ist, dass das Kunstbemühen Machisus und sein treues Befolgen jeden Rats immer absurder wirken. Am Ende sind die Fragen des Anfangs nicht beantwortet: Die Opfer und die Leben, welche die Kunst forderte, haben sich aufgetürmt, und zurück bleibt der Künstler ohne Publikum als komischer Kauz. (Verena Lueken)

(Text: Viennale 2008)

Details

Reo Yoshioka, Yurei Yanagi, Kitano Takeshi, Higuchi Kanago
Kitano Takeshi
Kajiura Yuki
Yanagishima Katsumi
Kitano Takeshi

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken


  • Zenons Gedankenexperiment von Achilles und der Schildkröte als Gleichnis für das vergebliche Streben nach Anerkennung - hier in Gestalt eines erfolglosen Künstlers, der allerdings durch die Ratschläge seiner Umwelt, die er immer wieder zu befolgen versucht, nicht erfolgreicher wird - ganz im Gegenteil.

    Selbstironisch der großartige Kitano, der für den Film seine selbstgemalten (und angeblich schauderhaften...) Bilder verwendet hat. Das Werk des Regisseurs ist schon durch mehrere ausnehmend humorvolle Arbeiten gekennzeichnet, die die bildgewaltige und vor allem gewalttätige andere Hälfte seines Oevres konterkarieren.

    Als alter Fan des Regisseurs kann ich (ungesehen) nur eine unbedingte Empfehlung aussprechen!