Alexandra

 Russland/F 2007

Aleksandra

Drama, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 95 min.
6.90
film.at poster

Alexander Sokurov lässt uns durch die Augen einer Frau in eine ganz eigene Welt männlicher Rituale blicken. Der Schauplatz ist ein Militärcamp in Tschetschenien.

Alexandra, gespielt von Galina Vishnevskaya, einer 80-jährigen Opernlegende aus Leningrad, besucht dort ihren Enkelsohn, einen russischen Eliteoffizier. Das Exerzieren, die Routine des Waffenreinigens, das auf den Einsatz vorbereitet sein, bestimmt den Alltag. Mit seinem jüngsten Film behandelt Sokurov das Thema Krieg, ohne ihn zu zeigen. Es gibt keine Kampfszenen zu sehen und doch ist die Unmenschlichkeit des Krieges deutlich zu spüren.

Alexandra ist kein Film über einen aktuellen Krieg, sondern über ein ewiges Ringen. Es gibt keine Poesie im Krieg, und ich hielte es für vulgär, Krieg poetisch zu verfilmen. Es reicht, einmal vor Ort gewesen zu sein und hingesehen zu haben. (Alexander Sokurov)

Details

Galina Vishnevskaya, Vasili Shevtsov, Raisa Gichaeva, Evgeni Tkachuk, Andrei Bogdanov
Alexander Sokurov
Alexander Sokurov
Alexander Sokurov

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Besuch der alten Dame
    Ein Anti-Kriegsfilm mit Gelbfilter, in dem der Krieg nicht stattfindet. Es wird nur viel über ihn geredet. Wir sind in einem russischen Militärlager in Tschetschenien: veraltete Waffen, primitive Unterkünfte und schlechtes Essen; überall Schmutz. Das ist nicht die einzige Kritik an der einstmals glorreichen russischen Armee. Beide Völker werden wohl nie gute Freunde werden. Aber viel schlimmer ist die Feststellung, dass die Russen nicht einmal gefürchtet werden. Großmutter Alexandra (Galina Wischnewskaja) besucht hier ihren Enkel. Dabei schließt sie Freundschaft mit Malika, einer Einheimischen. Das gibt Anlass zur Hoffnung. Beide sind sich einig darüber, dass „Männer immer Feinde sind, Frauen aber Schwestern.“ oder „Die Armee zerstört nur, sie baut nie etwas auf.“ Die Welt ist aus den Fugen geraten. Wir sehen natürlich viel vom Lagerleben, neben Szenen eines Wochenmarktes und bewohnten Ruinen. Bemerkenswert, weil außergewöhnlich, sind aber zwei Szenen: ein nächtlicher Rundgang durchs Lager erscheint so zwischen einer Peter-Pan-Reise und einem Traum. Und dann die zwischen Großmutter und Enkel, die fast an die Grenze einer echten Liebesbeziehung reicht, ohne sie zu überschreiten. Das zärtliche Flechten eines Zopfes ist ein Liebesdienst der besonderen Art.
    Eine lohnende Anstrengung, wenn man sich Mühe gibt.