Ali

 USA 2001
Biografie 159 min.
6.80
Ali

Will Smith spielt den Box-Weltmeister im Schwergewicht Muhammad Ali.

ALI von Michael Mann erzählt Muhammad Alis Leben in den kraftstrotzenden Jahren zwischen zwanzig und dreißig - zwischen dem ersten Gewinn der Weltmeisterschaft im Schwergewicht gegen Sonny Liston 1964, bis zum Wiedergewinn dieses Titels in dem legendären Kampf gegen George Foreman in Kinshasa, dem damaligen Zaire, im Oktober 1974 ("Rumble in the Jungle"). Er erzählt von Alis Kämpfen, seinen Freunden und Feinden - und von seinen Lieben: Jada Pinkett-Smith, Nona Gaye und Michael Michele spielen die drei starken Frauen dieser Jahre an Alis Seite.

Details

Will Smith, Jamie Foxx, Jon Voight, Mario Van Peebles, Ron Silver, Jeffrey Wright, Mykelti Williamson
Michael Mann
Stephen J. Rivele & Christopher Wilkinson and Eric Roth & Michael Mann
foxfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Ganz nett, aber nicht ganz, sonst irgendwie cool, aber eher auch langweilig
    Ali



    157Min. CASSIUS CLAY / MUHAMMAD ALI ( Will Smith ), DREW ¿ BUNDINI ¿ BROWN ( Jamie Foxx )
    HOWARD COSSELL ( Jon Voight ), MALCOLM X ( Mario van Peebles ), ANGELO DUNDEE ( Ron Silver ),
    DON KING ( Mykelti Williamson ), SONJI ( Jada Pinkett Smith ), CHAUNCEY ESKRIDGE ( Joe Morton ),
    MARTIN LUTHER KING JR. ( LeVar Burton ), - So das war mal die Bestzungscouch, und die ist wirklich lange. Regisseur ist ja Michael Mann, der ja schon hervorragende Filme hervorbrachte, und auch hier wiedser ein kleines Schmuckkästchen abgeliefert hat. JOE SMILEY ( Ted Levine ) habe ich noch vergessen.
    Ähnlichkeiten sind zu finden mit ¿ Rocky 2 ¿, ¿ Malcolm X ¿, ¿ The Hurricane ¿, ¿ JFK ¿.
    Die ganze Geschichte fängt an im April 1962. CASSIUS ist erst 22 Jahre alt. Er ist im Ghetto aufgewachsen, er hat einen strengen Vater, seine Familie ist Muslimischen Glaubens. Er trainiert wie ein Wilder, er hat sonst nichts anderes was er tun kann. Seine Jugend ist nicht gerade glücklich verlaufen. Sein Vater, ein gestrenger Moslem verdient sich die ganze Zeit durch Zeichnen von blauäugigen Jesus Gestalten. Wie hätte er es wissen sollen das CASSIUS das nie eingesehen hat. Er hat so seinen Unterhalt für die Familie verdient. Sie wuchsen ärmlich auf, er hat die Liebe zum Bochsen erkannt. Seit er das 1. X einen Boxkampf sah, war er wie ausgewechselt. Wie eine Lampe. Die Zeit vergeht schnell. Während man heute zur Schule geht, hat man damals die Schule des Lebens auf der Straße gehabt. Während man heute am Schulhof kleine Kinder erpresst um Ihnen 5 Euro fürs Pausenbrot zu stehlen, oder wegzunehmen, hat man damals gleich den ganzen Schritt gemacht und dem Opfer gleich die Niere ausgestochen um sie dann an reiche Industriespione zu verkaufen. Es kommt das Jahr 1964. ALI ist ein ziemlich großmäuliges Arschloch geworden, er ist ein Medienstar, er will unbedingt nach oben, er will nicht wie die anderen Neger im Ghetto bleiben, und immer unterdrückt sein von den weißen Schweinen die sie ausnützen. Er will nicht der letzte sondern der Erste und der größte sein, das hat er sich verdient.CASSIUS steigt gegen den viel stärker aussehenden Schwergewichtsweltmeister SONNY LISTEN in den Ring, und die was damals den Originalkampf gesehen haben, werden verstehen das man es nicht verstehen kann wie so ein Dünner ALI gewinnen konnte, obwohl er in Wirklichkeit ja mehr Fleisch am Körper hatte als Will Smith. Das macht richtig Spaß, die Musik damals, die Leute hatten wirklich Blut im Rhythmus. Da hilft es nur aufzustehen und mit der Freundin herumzuswingen die sich bald darauf setzte. Die Tomate bekam ich leider an die Schläfe geknallt. CLAY war zwar nie so richtig gläubig, aber jetzt konvertiert er endgültig zum Islam, nicht nur weil es andere ihm vorschlagen. Er nimmt den Namen MUHAMMAD ALI an, und will fortan nur so genannt werden. In einer Zeit wo sich MALCOLM ¿ sein Freund, und MARTIN LUTHER KING JR. gut verstangen, ist es in dem rassistischen Amerika leider nicht leicht, ein Boxer zu sein der alles machen kann was er will, und ALI macht alles was er kann und will alles was er weiß. Es kommt die Zeit des Krieges, 1966, und er verweigert schlicht den Kriegsdienst an Vietnam. Ist auch verständlich, wieso soll er da unten 10.000 KM weit in Vietnam kämpfen um Schlitzaugen aufzuschlitzen, wenn doch der Krieg im eigenen Land tobt ? Der ist viel schlimmer. Und außerdem, haben die Leute ihm da unten ja nichts getan. Er hat immer noch ein gutes Herz. In der Zwischenzeit geht bald auch seine neue Bekannte SONJI flöten, die ihn nicht mehr boxen sehen will.
    Er verliert zuvor die Lizenz zum boxen, und will trotzdem weitermachen. 5 Jahre verhängen sie ihm, er ist freien Fußes, das ganze Geld das er verdiente, mehr als alle anderen zusammen ist weg, verpulvert, und für Kautionen draufgegangen. Er hätte doch nach Vietnam sollen. Angeblich hat Will Smith sich 1 Jahr auf die Rolle v

    Re: Ganz nett, aber nicht ganz, sonst irgendwie cool, aber eher auch langweilig
    Angeblich hat Will Smith sich 1 Jahr auf die Rolle vorbereitet und nicht gefickt, oder gewichst, um nicht an Energiemangel zu leiden, denn das machen ja Boxer und Spitzensportler ja auch nicht. Wer weiß ob es wahr ist. ALI plant aber nach langer Zeit ein Comeback. FRAZIER ist geschlagen, und er will nur eines, er will GEORGE FORMAN haben, gegen den will er kämpfen, in Zaires Hauptstadt Kinshasa, aber da muß er noch den Präsidenten MOBUTU überreden, und dann überschneiden sich die Ereignisse und alles wird will.
    Wer den Kampf damals gesehen hat, wird sich auch noch erinnern wie FRAZIER dauernd in ALI´s Körper drinnen war, mit seinem Kopf, und als er gegen den viel stärkeren FORMAN kämpfte, sah es so aus als wäre ALI eine Maschine. Wie konnte der so viele Kämpfe und Schläge einstecken ? 1978 kam dann der 3. Weltmeistertitel. Die 4. Frau, und die hat er jetzt seit 24 Jahren. Keiner ist so bekannt wie er im Box gewerbe, und es ist mehr als eine Traurigkeit das der echte ALI an Parkinson leidet. Seine Biographie ist höchst interessant, und der Regisseur hat diese Biographie sehr gut gedreht. Nur eines: Er ist zu langatmig. Anfangs war es ja noch interessant, es war spannend, man hat ne Menge gesehen, und es war auch viel zu entdecken, aber meistens gab es unnötige Zwischenbilder, es war so zurechtgeschnitten wie ¿ An jedem verdammten Sonntag ¿
    Nicht Boxprofis und Liebhaber wie die meisten Frauen, werden sich wohl wundern, etwas den Film als fade empfinden, aber das ist nur Gewohnheit. Mir hat er gefallen. Kamera stimmte, die Schauspieler, das Zusammenspiel von berühmten Größen der Politik, Wissenschaft, und des Shwobusiness. Nur eines war fatal, der Film war zwar gut, supermegaspitzen erotisch, aber die Weiber in dem Film waren echt grottenhäßlich, nicht alle, aber 10 %. Irgendwie sind Negerinnern einfach die schöneren Frauen. Der Film fesselt leider nicht immer, eher immer weniger, und das gegen Ende hin, weil er einfach zu gesprächig wird. Es wird weder auf ALIS Training eingegangen, noch auf sein Liebesleben, die Sprünge waren leider ohne Zeitangabe da und man weiß nicht welches Jahr was war. Ansonsten war der Film ja gut, aber die ganzen Zeitsprünge waren nicht so super. Anfang verliert ja ALI gegen FRAZIER, 1974 gewinnt er gegen ihn. Und dann im Oktober 1974 der Kampf des Jahrhunderts. Er gewinnt, wahnsinn. Wie kann man überhaupt 15 Runden durchhalten ? Trotzdem ist ¿ Rocky ¿ der bessere Film, alleine schon von der Seite der einfachen Liebe her, und der Einfachheit des Menschen her.
    ALI ist modern altmodisch gedreht worden, und die Tomate am Hirn tat ziemlich weh, aber das macht nichts, manche Frauen haben ja eine flinke Zunge. Sonst ist er gut gewesen.


    Sonst ist der Film 78,55 von 100

  • einfach kein guter film
    es ist wie bei allen "biographischen" filmen in denen die hauptfigur alleine so interressant ist, dass der film auch noch funktioniert wenn er wirklich schlecht ist:
    - die person selbst kommt zu kurz
    - alles ein wenig zu oberflächlich
    - und natürlich die rosa brille
    für mich war es dennoch ein muss-film nachdem ich seine kämpfe damals live on tv gesehen habe.
    was wirklich traurig war, ist ein will smith der selbst zu seinen filmischen gegnern und noch mehr im vergleich zu ali im original beim besten willen einfach wie ein kleines schwarzes männlein ausgesehen hat.

  • Ein zwiespältiger Film...
    Zuerst mal muß ich all den Kritikern "unter" mir im Großen und Ganzen Recht geben und kann den Film nur mehr aus meiner Perspektive wiedergeben. Es stimmt, 2.5 Stunden sind zu lang und einige Szenen scheinen unnötig ausgewalzt. Anfangs dachte ich, der Film ist ein "Malcolm X"-Spinoff, zuviel wurde da an Zeit hineininvestiert. Und ja, der Film hat keinen rechten Fokus, zu viele Teilaspekte Ali's werden da - leider oftmals zu oberflächlich - angeschnitten. Und trotzdem: der Film ist nicht schlecht, Will Smith hat sich vom dürren Fresh Prince zum Schwergewichtsboxer entwickelt (gemästet) und das ehemals stetig jovial freche Grinsen ist einem ersten (fast schon Charakter-)Gesicht gewichen. In manchen Einstellungen kommt Will Smith optisch sehr nah an Ali ran - das hätt' ich nie gedacht. Schauspielerisch hat W. Smith sicher eine seiner besten Rollen hingelegt.

    Die Musik ist definitiv gut (gelungen), gibt dem Ganzen einen 60er-und-Ethno-Flair. Die Kamera ist eine Geschichte für sich. Die war echt nervend. OK, bei Boxszenen find ich verwackelte Handkamera-Einstellungen cool, aber eine solch permanente Verwackelung wie sie während des ganzen Films stattgefunden hat - noch dazu in pausenloser Nahaufnahme - waren für mich ein großes Manko! Ich kam mir vor wie eine betrunkene Voyeur-Gelse. Einige (Massen-)Szenen waren trotzdem nett anzusehen (wahrscheinlich weil's da keine Nahaufnahme gab). Der Schnitt geht auch OK.

    Was kann man also über den Film sagen? Ich empfehle jedenfalls den Dokumentarfilm "When we were kings" (mit dem Original Ali) anzusehen, zumindest für Personen, die ein unverfälschtes und tieferblickendes Bild von M. Ali sehen wollen. (Der Film ist keineswegs fad und sollte mal im Fernsehen zu sehen sein!). Wer aber noch nie oder kaum was von Ali gehört/gesehen hat, findet mit "Ali" einen leicht konsumierbaren ersten Einstieg (sollte nachher aber nicht glauben, er kenne das Leben dieses Boxers).

    (Meine Wertung: 6,5 von 10 Punkte)

    Re: Ein zwiespältiger Film...
    Danke !
    So, stelle ich mir Komentare (Kritiken) hier an dieser Stelle vor!
    Werde mir den Film auf jeden Fall ansehen, war auch ein großer Fan von ALI seinerzeit, bin zeitig in der Früh aufgestanden und hab mir alle Kämpfe angesehen sofern sie damals übertragen wurden, die 'älteren' werden sich sicherlich noch daran erinnern.....

    Re: Re: Ein zwiespältiger Film...
    Ja kann mich noch sehr gut erinnern. So leicht wie damals, steh ich heute nicht mehr auf. Leider gilt das auch für den Film. Da hätte ich auch aufstehen sollen. War meiner Meinung nach sehr entäuschend diese Umsetzung. Jedoch als Ali-Fan von früher sieht man sich den Film trotzdem an und erfreut sich dann umso mehr an 'when we were kings'...

  • Leider zu oberflächlich
    Der film.at-eigenen Kritik von Daniela Rosenberger ist eigentlich so gut wie nichts hinzuzufügen.
    Schöne, wirklich gut fotografierte Bilder, durch die Bank gute schauspielerische Leistungen, aber am Ende ist man so schlau wie vorher. Michael Mann bleibt auch für mein Empfinden tatsächlich an der Oberfläche. Fast dokumentarisch bildet er das Erscheinungsbild Muhammad Alis ab, es gelingt ihm aber nicht oder er wagt es nicht, in ihn einzudringen und mehr von seinen Beweggründen und Intentionen ans Tageslicht zu befördern.

    Schade zB, dass man seinen Weg zum Boxer nicht erlebt, nie erfährt, wie und warum er überhaupt zu diesem Sport gelangt ist. Schade, dass man nichts näheres über seine Freundschaft zu Malcolm X erfährt, sodass auch diese Beziehung ziemlich oberflächlich dargestellt bleibt. Genauso verborgen bleiben für mich seine tieferen Bindungen zur Nation of Islam, die zwar als offenbar gegeben dargstellt aber nicht wirklich ergründet werden.

    Würde ich mich nach dem Film halten, sähe ich in Cassius Clay nichts weiter als einen großmäuligen Sportler, dessen politisches und soziales Engagement als reiner Publicity-Aufhänger seiner selbst Willen diente.

    Rein filmtechnisch gut gefallen haben mir die Boxkämpfe. Sehr realistisch umgesetzt, weit ab von Rocky und Konsorten. Wunderbar, wie es Mann gelingt, durch Schnittfolgen, Zeitlupe und gekonnten Musikeinsatz, den Stimmungs- und Dominanz-Wandel innerhalb eines Kampfes darzustellen.

  • Rumble in the Jungle
    Ohne zuvor viel über Cassius Clay gewusst zu haben (ausser den üblichen 0815-Sachen), hab ich letzte Woche ALI in der Originalversion auf Video gesehen (es verwundert mich immer wieder wie langwierig die Anlaufprozedur in Österreich ist, während man die englischen Originale schon längst in der Videothek um die Ecke bekommt). Wie die Story ausgeht sollte man wissen, wie auch schon bei Filmen à la Pearl Harbour. Jedoch spürt man in diesem Streifen mehr als je, oder vielleicht in Fortsetzung von Six Degrees of Separation, dass Will Smith ein Charakterschauspieler ist und nicht bloss der Dumbo mit den coolen Sprüchen. Auch rate ich jedem ALI im Original zu sehen oder zumindest OmU. Die starken Aussagen Ali's und auch die religiös-betonte Sprache der Nation of Islam wird in der Übersetzung bestimmt einbüßen. Jamie Foxx macht eine sehr gute Figur in der Rolle eines Juden und auch die weiblichen Kernrollen zeigen Dedication und Glaubwürdigkeit. Auch für alle, die Malcolm Little X "nur" als radikalen Kämpfer der NoI kennen, wird eine andere Perspektive eröffnet. ALI zeigt, dass Schwäche keine Grenzen kennt, aber gerade deswegen so menschlich ist - wie Glaube und Hoffnung für Minuten über Armut vergessen lassen kann - und last but not least dass auch ein Boxer am Ende des Tages nur ein Mensch ist.

  • the people's champ?
    Muhammad Ali ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. In der Liste der Menschen, die ich verehre, ist er weit oben. Die Magie und die Überzeugung dieses Boxers waren überwältigend. Was ihn so bemerkenswert macht, sind nicht seine Taten im Ring (die stehen an zweiter Stelle), sondern sein politisches und soziales Engagement, das bis zum heutigen Tag andauert. Ali war eine Größe und das korrupte, weiße Amerika hatte Angst vor ihm, seinen Sprüchen und seinen Taten. Er beeinflusste und inspirierte eine ganze Generation an Heranwachsenden. Der Dokumentarfilm "When we were kings", der 1997 einen Oscar erhielt, ist der Film, den man sehen sollte, um eine Ahnung von Ali's Power zu bekommen.

    Warum also ist der Film "Ali" so halbherzig und es trifft mich, es sagen zu müssen, ein wenig misslungen? Nun, es geht nicht darum wovon ein Film handelt, sondern wie er davon handelt. "Ali" ist das Projekt, auf das ich mich schon seit über einem Jahr am meisten freue. Regisseur Michael Mann drehte in den 90er Jahren drei absolute Meisterwerke mit "The Last of the Mohicans", "Heat" und "The Insider". Zudem hatte Will Smith den richtigen Spirit, um Ali ansatzweise zu verkörpern (vollkommen kann man es nicht schaffen). Den muskulösen Körper trainierte er sich an. Smith ist gut, so gut, wie man unter dem Schatten einer lebenden Legende sein kann. Es ist nicht seine Schuld, dass der Film nie zu etwas Besserem als zu einer bruchstückhaften Collage wird. Der Biographie fehlt einfach die Konzentration und nach 2 1/2 Stunden setzt jene auch bei dem Zuschauer aus.

    Als Videoclip würde "Ali" gut funktionieren, denn der Soundtrack ist Spitze: ein Potpourri an groovigem R&B und magischer Filmmusik ergibt ein phänomenales Gesamtwerk in einem Film, der besser zu hören als zu sehen ist. Denn die Musik ergreift von allem Besitz. Sie übertönt emotionale Szenen, die uns näher an die Charaktere kommen lassen sollten und beansprucht ganze Sequenzen, die, wie es scheint, nur von dem Score getragen werden. Michael Mann's signifikanter Stil, der in "The Insider" noch so mitreißend war, wirkt hier mit der Zeit ermüdend. Die Farben sind schimmrig und blass, wo Ali doch vor Feuer nur so brennen sollte. Wie durch eine Wolke beobachten wir, wie Cassius Clay zum Islam findet und seinen Namen in Muhammad Ali ändern darf. Man sieht, wie er Kämpfe gewinnt und zum "Champ" aufsteigt. Wir erleben, wie er seinen Eintritt in den Vietnam Krieg auf Grund persönlicher und politischer Überzeugung verweigert. Das Ganze endet in Afrika beim legendären Kampf gegen George Foreman. Wenn man die Doku gesehen hat, ist das hier nur eine matte, gar leblose Kopie.

    Es scheint, als müsste der Film umgeschnitten werden. Einige Sequenzen dauern ohne triftigen Grund eine Ewigkeit und worauf man sein Augenmerk legen sollte, weiß man nicht. Wenn Mario van Peebles als Malcolm X in der ersten Stunde auftritt, ist man an seinem Schicksal unmittelbar mehr interessiert als an Ali's. Da kann doch was nicht stimmen. Unzählige Szenen zeigen Ali, wie er traurig oder nachdenklich in die Leere starrt. Viel mehr Einblick in die Seele dieses Mannes wird einem nicht gestattet. Durch die notwendigen eigenen Interpretationen entsteht so vielleicht ein falsches Bild. Die Boxkämpfe nehmen einen zu großen Teil des Films ein. Es entsteht der Anschein als hätte sich sein Leben im Ring entschieden.

    Trotzdem ist "Ali" kein unangenehmer Streifen, nur einer ohne Fokus. Die visuelle Vielfalt (z.B. durch den Einsatz von Digital Video) ist interessant. Man sieht vieles, das einen Einblick in den Film gibt, der "Ali" hätte werden sollen. Der Film ist zwar unterhaltsam, eine monumental vergebene Chance auf ein mitreißendes Portrait ist er aber allemal.

    2002 - Markus Rauchenwald