Asphalt-Cowboy

 USA 1969

Midnight Cowboy

Drama 113 min.
7.90
film.at poster

Ein naiver Möchtegern-Gigolo aus Texas und ein kränkelnder Kleinganove aus der Bronx versuchen, im finsteren Asphaltdschungel von New York zu überleben.

Der naive Joe Buck (Jon Voight) hat die Langeweile der texanischen Provinz und seinen Job als Imbissaushilfe satt. Im Cowboykostüm reist er nach New York, um dort als Gigolo für reiche Damen zu Geld zu kommen. Doch sein Erfolg ist mäßig. Feine Damen wie Cass sind schockiert über die mangelnden Umgangsformen des gut aussehenden Jünglings. Und bei anderen Frauen muss Joe sogar draufzahlen. Der heruntergekommene Kleinganove Enrico "Ratso" Rizzo (Dustin Hoffman) vermittelt Joe gegen Geld den Kontakt zu einem Zuhälter. Doch Mr. O'Daniel (John McGiver) entpuppt sich als wirrer religiöser Fanatiker.

Nun steht Joe mittellos auf der Straße. Wütend macht er sich auf die Suche nach Ratso, um sein Geld zurückzuverlangen. Als er ihn schließlich findet, entwickelt sich langsam eine Freundschaft zwischen den beiden Außenseitern. Ratso lässt Joe in seine heruntergekommene Behausung in einem Abbruchhaus einziehen. Und Joe sorgt sich um Ratsos zusehends schlimmer werdende Lungenerkrankung. Als Schuhputzer und mit kleinen Diebstählen halten die beiden sich über Wasser. Ratso fantasiert davon, seine Krankheit im sonnigen Miami auszukurieren.

Auf einer wilden Party begegnet Joe zum ersten Mal einer Frau, die bereit ist, ihn für seine Liebesdienste zu bezahlen. Doch er ist so in Sorge um seinen kranken Freund Ratso, dass er als Gigolo versagt. Als er dem homosexuellen Towny begegnet, raubt er ihn brutal aus, um zwei Bustickets nach Miami kaufen zu können ...

Ihre Charakterrollen machten die Schauspieler Dustin Hoffman und Jon Voight zu Stars. Regisseur John Schlesingers fesselndes Psychogramm zweier Außenseiter wurde mit drei Oscars ausgezeichnet. (ARTE)

Details

Dustin Hoffman, Jon Voight, Sylvia Miles, John McGiver, Brenda Vaccaro, Barnard Hughes, u.a.
John Schlesinger
John Barry, Fred Neil (
Adam Holender
Waldo Salt, nach James Leo Herlihy

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Tod im Bus
    Eine herbe, ergreifende Außenseiterballade dank zweier grandioser Hauptdarsteller: Jon Voight (Joe) und Dustin Hoffman (Enrico). Zwei Typen die unterschiedlicher nicht sein könnten. Für beide zeigt die Erfolgsspirale nach unten. Für Joe, den abhalfterten Escort-Cowboy geht ab und zu noch etwas, für den kranken Enrico geht es vom Regen in die Traufe. Die Zeit für einen männlichen Auftritt als Cowboy ist ebenso vorbei wie für den Krüppel mit dem tippelnden Schlendergang. Hier fehlt die Bewunderung wie zu Zeiten von John Wayne, dort ist es die Gleichgültigkeit gegenüber Behinderten. Zwei Loser, die den Anschluss an die moderne Zeit verpasst haben und sich nicht mehr zurecht finden können.
    Vielleicht ist es ihr Pech im Leben, das beide an einander bindet, vielleicht spürt der eine auch nur, dass da im anderen etwas existiert, was ihm gegen die feindliche Umgebung helfen kann. Eine Art ‘Strohhalm-Effekt‘. Das was sich zwischen den beiden entwickelt ist unsichtbar, aber stets vorhanden und immer spürbar. Die Kälte, die sie umgibt, wird symbolisch verdeutlicht durch die gefrorene Gemüsesuppe in ihrem schäbigen Zimmer.
    Das triste Alltagsleben wird nur durch ihre farbfrohen Träume und eine Party für Ausgeflippte mit psychodelischen Effekten aufgehübscht. Aber selbst hier sind sie fehl an Platze. Deshalb gehen sie gemeinsam auf eine letzte Reise nach Florida - für viele nicht nur Amerikaner der Inbegriff des Paradieses. Und von da gibt es ja bekanntlich keine Widerkehr. Klassisch, Kult. Beeindruckend.