Au temps présent

 
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Keine Kunstrichtung ist dem Rhythmus der Stadt so nah wie der Film. Gerade der Avantgardefilm hat immer wieder den Takt der Stadt in der Montage gestaltet. Die Reihe 'Paris im Film' zeigt sechs Beispiele an einem Abend.

Programm: Paris expérimental (85 min.)
Von allen Medien ist der Film am meisten prädestiniert den urbanen Rhythmus zu vermitteln. Wie die moderne Großstadt, so ist auch der Film durch Bewegung charakterisiert. Die Dynamik und Rasanz der Großstadt fanden ihre künstlerische Entsprechung in den Montagesequenzen des avantgardistischen Stadtfilms.

Ligne Continue (1974)
Schweiz. 8 min. Farbe. 16 mm. (ohne Dialoge) Regie: Peter Stämpfli
Zum jazzigen Schlagzeug-Solo von Daniel Humair fallen die Bilder von den abstrakt-geometrischen Straßenmarkierungen der urbanen Superhighways über den Zuschauer her.

D'art moderne (1977)
Frankreich. 10 min. Farbe. 16 mm. (ohne Dialoge) Regie: Dominique Willoughby
Die Farbsequenzen von Aufnahmen von der Umgebung des 'Centre Pompidou' und teils nachträglich mit der Hand nachgezeichneten Mustern folgen dem Prinzip der "musikalischen" Bausteine zur Verdeutlichung der architektonischen Stadtstruktur.

Balleoillades (1980)
Frankreich. 14 min. Farbe. 16 mm. (stumm)
Regie: Dominique Willoughby
Wenn auch der Titel eine Anspielung auf die Spielregeln des Sehens sein soll, so könnte der farbenprächtige Film einfach auch als eine temporeiche Spazierfahrt mit dem Taxi durch das nächtliche Paris mit seinen typischen Straßencafés und Sinneseindrücken gesehen werden.

Ex (1968)
Frankreich. 5 min. SW. 16 mm. (ohne Dialoge) Musik: Daniel Humair.
Regie: Jacques Monory
Vom Maler und Aktionisten Jacques Monory stammt dieses 'underground document'. Der merkwürdige Plot und die geheimnisvolle Action-Szene um einen wild durch die Straßen von Paris laufenden Gangster geht über die Konventionen des Genres ironisch hinaus und erinnert nicht zufällig neben Außer Atem (1959) auch an den deutschen Kultfilm Lola Rennt (1998).

Éliclipse (1982)
Frankreich. 31 min. Farbe. 16 mm. (stumm)
Regie: Yann Beauvais
Yann Beauvais vermehrt in seiner 'bricolage' spielerisch die stereotypen Ansichtskarten von Paris, indem er auf die gängigsten Bildmotive und Klischees der Tourismuswerbung zurückgreift. Die insgesamt 154 gewerblichen Ansichtskarten von den Monumenten der Stadt Paris wurden zunächst willkürlich ausgesucht, danach fein säuberlich zerschnitten und wie Spielkarten durcheinander gemischt und neu montiert, so daß sich neue Sinnbezüge ergaben.

Enjeux (1984)
Frankreich. 6 min. Farbe. 16 mm. (stumm)
Regie: Yann Beauvais
Auch dieser Film von Beauvais setzt die in Éliclipse (1982) begonnene Methode fort, aber zum Zweck der vereinfachten Analyse wurde nur ein einziges Wahrzeichen von Paris verwendet, der "Arc de Triomphe". Etwa 30 Motive wurden ausgesucht, die horizontal, vertikal und diagonal zerschnitten wurden.

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