Auferstehung (1958)

 D/I/F 1958
Drama 106 min.
6.10
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Der junge russische Fürst Dmitrij trifft als Geschworener vor Gericht die hübsche Jekaterina Maslova wieder, die er einst verführt und im Stich gelassen hat.

Der junge Fürst Dmitrij Iwanowitsch Nechljudoff (Horst Buchholz) ist tief betroffen, als er als Geschworener vor Gericht in der Angeklagten Jekaterina Maslova die hübsche Katjuscha (Myriam Bru) wiedererkennt. Sie ist auf dem Gut seiner Tanten aufgewachsen, wo Dmitrij sie während eines Besuchs verführte und schnell wieder vergaß.
Katjuscha wird beschuldigt, zusammen mit zwei Mitangeklagten den Kaufmann Smjelkoff (Rudolf Rhomberg) vergiftet zu haben. Um nicht über sie urteilen zu müssen, lässt der Fürst sich bei der entscheidenden Gerichtssitzung vertreten. Die junge Frau wird zu zwölf Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt, obwohl ihre Schuld gering ist.
Erst zu diesem Zeitpunkt erfährt Dmitrij, dass Katjuscha seinerzeit ein Kind von ihm zur Welt brachte und sich nach dessen Tod verzweifelt der Prostitution ergab. Er begreift, wie viel Schuld er an dem Schicksal der jungen Frau hat und nutzt seine hohe gesellschaftliche Stellung, um ihr zu helfen, obwohl die meisten seiner Standesgenossen sich darüber mokieren.

Details

Myriam Bru, Horst Buchholz, Edith Mill, Lea Massari, u.a.
Rolf Hansen
Renato Castellani

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der neue Dimitri
    Zwischen 1909 und 2001 hat es immer wieder Verfilmungen des Tolstoi-Romans gegeben. Dabei machte ein Stummfilm von Griffith den Anfang und die Taviani-Brüder den bisherigen Abschluss. Der Reiz lag vielleicht nicht nur am fehlenden Happy End, sondern auch in der Betonung von Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft. Doch das Drehbuch erlaubt keine Vertiefung eines religiösen oder sozialkritischen Ansatzes, wie er Tolstoi vorgeschwebt hat. So bleibt es ein Rührstück. Hier liegt der Fokus auf der Katharsis von Fürst Dimitri (Horst Buchholz). Er wird als ‘neuer Mensch‘ quasi wiedergeboren.
    Diesen Film hat Rolf Hansen 1958 gemacht. Er konnte bis in kleine Nebenrollen alles einsetzen, was im deutschen Film damals Rang und Namen hatte. Aber auch nicht-deutsche Darsteller wie Lea Massari kamen zum Einsatz. In der weiblichen Hauptrolle überzeugt die inzwischen vergessene Myriam Bru. Sie spielt abwechslungsreich erst die schüchterne Dienstmagd, dann die vom Leben enttäuschte Hure und schließlich die madonnenhaft Leidende, die allem Irdischen entsagt.
    Viel Aufwand wurde für die Ausstattung betrieben. Manchem Interieur merkt man allerdings die Pappwandqualitäten eines Studios an. Und die angelernte Schauspielkunst der 50er Jahre kommt oft etwas übertrieben pathetisch daher.
    Deshalb sehen wir zu wenig von Tolstois Tiefe und zu viel tränenreichen Herz-Schmerz verpackt in den Charme der 50er Jahre.