Bei Yazi de Nanhai (Taking Father Home)

 China 2006
Drama 100 min.
6.90
film.at poster

Der siebzehnjährige Xu Yun verlässt gegen den Wunsch der Mutter sein Heimatdorf, um nach seinem Vater zu suchen, der vor sechs Jahren fortging und es angeblich in der Großstadt zu Wohlstand gebracht hat. Die Mutter warnt ihn, dass das gesamte Dorf, das seit kurzem von Überschwemmungen bedroht ist, umgesiedelt werden und Xu Yun seine Familie bei seiner Rückkehr nicht wiederfinden würde. Doch der Junge ist entschlossen, den Vater zu finden, und macht sich ohne Geld auf den Weg. Taking Father Home schildert nicht nur die Härte des Alltagslebens und der sozialen Verhältnisse im neuen China, sondern widmet sich auch ihrer Wirkung, wie hier auf einen sensiblen Heranwachsenden. Das Bild, das Ying Liang zeichnet, ist geprägt von ländlicher Armut, städtischer Gewalt und der allgemeinen Störung des sozialen Klimas im Land. Der Wirtschaftsboom für wenige bedeutet bei weiten Teilen der Bevölkerung Verdrängung und Verlagerung. Die Vergangenheit wird - wie etwa ein überfluteter Tempel - buchstäblich weggewaschen, doch die Frage, welche Art von Zukunft den Menschen geboten wird, bleibt offen. (David Walsh) In bewundernswerter Schlichtheit gelingt es dem Filmemacher, den immer stärker zu Tage tretenden Gegensatz zwischen Stadt und Land in China zusammenzuführen, indem er die Geschichte des heranwachsenden Xu Yun zu einer universellen Fabel macht: Die Suche des Helden, der seinen Vater schließlich in der «Straße des Glücks» findet, hat alles von einem Epos, mit seinen Prüfungen, seinen Personen und seinen «Ungeheuern»; und mit seiner Suche, die sich während des Unterwegsseins verwandelt und die Hauptfigur, gereift durch Erfahrungen und Taten, zu ihrem Ausgangspunkt zurückbringt.

(Text: Viennale 2006)

Details

Xu Yun, Liu Xiaopei, Wang Jei, Song Cijun, Chen Xikun, Liu Ying
Ying Liang
Zhang Xiau
Li Rongshen, Ying Liang
Ying Liang, Peng Shan

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • {{{ SELECTION }}}
    Chinesische Filme sind auf die eine oder andere Art immer eine verläßliche positive Überraschung bei der Viennale (wobei ich ja eigentlich nicht mehr überrascht sein sollte...)
    Dieses spezielle Exemplar soll über geradezu brecht'schen Humor verfügen - keine schlechte Voraussetzung, die erwähnten Erwartungen mehr als zu erfüllen.