Che - Guerrilla

 F/E/USA 2008

Che: Part Two - The Guerrilla

Biografie 24.07.2009 131 min.
6.90
Che - Guerrilla

Steven Soderberghs monumentaler Traum einer Revolutions-Biografie. Che - the man and the myth - zu neuem Leben erstanden im Kino der Traumfabrik.

1966: Nach sich zuspitzenden Differenzen mit Fidel Castro hat Che Guevara die kubanische Regierung und seinen Posten als Industrieminster verlassen. Nachdem er erst im Kongo seine revolutionären Ideen zu verwirklichen versucht hat - allerdings erfolglos -, reist er nun anonym nach Bolivien, wo er das Kommando einer bewaffneten Widerstandstruppe übernimmt...

In der Charakterisierung Ches als vorbildliche Führungspersönlichkeit, die in der Endphase, von Asthma schwer gezeichnet, keinen Mitstreiter wegschickt, um Medizin zu besorgen, zeigt sich die Absicht, Guevara als einen heroisch Gescheiterten zu porträtieren. Das Leiden der Kombattanten wird physisch erfahrbar. Das Entschwinden des angestrebten Ziels durch fortschreitende Isolierung mündet in einer resignativen Grundstimmung, die das drohende Ende antizipiert. Benicio del Toros Interpretation der Titelrolle wirkt berührend echt. Sie verfestigt Ches heutige Rolle als transzendente Ikone.

Details

Benicio del Toro, Demián Bichir, Rodrigo Santoro
Steven Soderbergh
Alberto Iglesias
Steven Soderbergh
Peter Buchman, nach den Memoiren von Ernesto 'Che' Guevara
Senator Film

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Vaterland oder Tod
    Es sind zwei eigenständige Filme über die letzte Lebensphase von Che Guevara. Verständlich, dass im 1. Teil ihm noch Fidel Castro zur Seite steht, der charismatische Führer, während Che der intellektuelle Kopf der Revolution, ihr Sprachrohr und ihr Symbol war. Wir sehen die erfolgreiche kubanische Revolution mit Agrarreform (‘Das Land gehört dem, der es bearbeitet.‘) und Bildungsoffensive. Es geht vom Dschungelkrieg zum Häuserkampf. Im Gegensatz zum 2. Teil, der in Bolivien spielt, gelingt es Che dort nicht, die Landbevölkerung zu überzeugen. So muss das Unternehmen zwangsläufig scheitern.
    Besonders im 1. Teil sehen wir ein Wechselspiel von s/w und Farbaufnahmen. Die etwas verwackelten s/w Bilder wirken wie echte Dokumentaraufnahmen und verleihen wirkungsvoll Authentizität. Dazu wird hier auch noch ideologisch nachgelegt. Es gibt marxistische Dialoge und Lebensweisheiten über Motive eines echten Revolutionärs. Der kurze Hinweis auf das verhasste Regime von Batista (Teil 1) genügt, um zu verstehen, warum die Revolution in Kuba gelang. Der 2. Teil zeigt, wie sich die strategische Schlinge immer enger um Ches Hals zusammenzieht und einhergeht mit seinem körperlichen Verfall. (Sackgasse oder Kreisverkehr!?) Was aber nicht seinen Aufstieg zum Mythos verhindert. Bei seinem Ende hat Soderbergh bewusst auf das Foto des toten Che verzichtet, das damals um die Welt ging. Stattdessen sehen wir ihn quick lebendig auf einer Schiffsreise. Etwa über den Acheron? Ein unglaublicher Benicio del Toro hingehen macht die Qualität des Films aus. Sehenswert.