Chen mo he meiting

 China/Deutschland 2002
Independent 
film.at poster

Chen Mo steht auf dem Dach und schließt Daumen und Zeigefinger zum Kreis. So kann er die Sonne einfangen. Eine trübe Sonne über der dunstigen Stadt, aber doch: die Sonne. Chen Mo ist einer von Millionen Bauern, die wegen der chinesischen Reformpolitik ihre Arbeit verloren haben und sich nun in der Stadt als Tagelöhner verdingen. Er arbeitet als illegaler Blumenverkäufer, immer auf der Flucht vor der Polizei. Oder als Bierlieferant. Chen Mo fährt die klappernden Flaschen auf einem alten Fahrrad mit Anhänger aus. Auch Meiting schlägt sich alleine durch. Eigentlich sollte sie es besser haben. Als Kind wurde sie von den Eltern, die während der Kulturrevolution zur Umerziehung aufs Land umgesiedelt worden waren, zurück in die Stadt geschickt. Aber bei der Verwandtschaft störte sie nur. Nun muss sie sehen, wie sie zurechtkommt. Immerhin findet sie Arbeit in einem Friseurladen; andere gehen auf den Strich. Chen Mo and Meiting: zwei von vielen. Der 33-jährige Liu Hao hat einen Spielfilm über seine Altersgenossen gedreht, über die verlorenen Kinder der Kulturrevolution. Eine zarte, vergebliche Liebesgeschichte: Zwei entwurzelte Menschen versuchen, einander die Familie zu ersetzen. Montags, mittwochs und freitags bist du mein Papa, sagt Meiting. Und dienstags, donnerstags und samstags bin ich deine Mama. Es ist kalt. Ein Mann, eine Frau, mit Pullovern und Jacken unter einer dicken Steppdecke. Nur manchmal, wenn sie die Sonne einfangen, frieren sie nicht. (Christiane Peitz) Die beiden bleiben zusammen und versuchen, eine glückliches Familienleben zu führen. Das will ich betonen. Sie glauben, dass die Liebe des Vaters, der Mutter das echteste und verlässlichste Gefühl der Welt ist. Die Geschichte verläuft geradlinig. Es ging mir darum, wahre Gefühle zu zeigen, die in der Einfachheit des wirklichen Lebens entstehen. Um dies zu erreichen, drehten wir ausschließlich an Originalschauplätzen, ohne künstliches Licht und mit Direktton. Unverfälschte Bilder und Töne sind mir besonders wichtig. (Liu Hao)

Details

Wang Lingbo (Chen Mo), Du Huanan (Meiting)
LIU HAO
Song Ge
Li Bingqiang
Liu Hao
zero film Lehrter Strasse 57 10557 Berlin, Deutschland T 30 390 66 30 office@zerofilm.de

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken