Chircales

 Kolumbien 1972
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„Politik heißt, dass wir wählen gehen sollen. Ich glaube, blau steht für die Konservativen und rot für die Liberalen. Rot wie Blut und Krieg, das ist die Insignie der Liberalen, die wir respektieren, die meine Vorfahren und ich wählen. Nach dem Wahlgang bleibt einem die Farbe auf dem Finger. Das ist es, was ich über Politik weiß.“ Nach diesem aus dem Off tönenden Eingangsstatement zu den Bildern eines Urnengangs, entblättert Chircales - Ziegelarbeiter den Alltag der Ziegeleiarbeiter in einem Armenviertel von Bogotá. Fehlende Arbeits- und Menschenrechte sowie das Verbot organisierter Zusammenschlüsse ermöglichen die Ausbeutung im großen Stil, zur Alltags-Misere kommen zu frühe tödliche Erkrankungen, herbeigeführt durch die Dämpfe in der Ziegelbrennerei. Alternierend zwischen beobachtenden Passagen, Interviews mit den ArbeiterInnen und Off-Kommentaren zu Daten und Fakten, entsteht das umfassenden Bild moderner Massenausbeutung. Chircales ist cine militante und ragt zugleich darüber hinaus, als poetischer Film, als zutiefst trauriges und doch kämpferisches Kinogedicht, das in fünfjähriger Arbeit entstand. (Verena TeissbpWird zusammen gezeigt mit Tiré dié und Ilha das flores. Lesen Sie weitere Beiträge zu diesem Film und zur Retrospektive 2007 in der VIENNALE-Publikation Der Weg der Termiten. Beispiele eines Essayistischen Kinos 1909–2004.

(Text: Viennale 2007)

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Jorge Silva, Marta Rodríguez
Marta Rodríguez, Jorge Silva

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