Cotton Candy

USA, 2001

Avantgarde

Min.56

Der erste Ausflug des großen Avantgardisten Ernie Gehr in die Welt des DV-Films. Mit Hilfe eines Mini-Digital-Recorder unternimmt er einen Rückblick auf das Maschinenzeitalter am Beispiel des Musée Mécanique in San Francisco, das bald seine Pforten schließen wird. Knapp eine Stunde lang dokumentiert Cotton Candy diese ehrwürdige Sammlung münzbetriebener mechanischer Spielzeuge inklusive eines ganzen Zirkus hauptsächlich in Nahaufnahmen. Er hebt dabei einzelne Details hervor, wobei abwechselnd Geräusche aus der Umgebung und nachträglich beigemischte Klänge oder auch gar kein Ton zu hören sind. Der Künstler inszeniert die synchron laufenden Figuren aus dem Fundus des Museums wie Puppen in einer Show. Ist es seine oder ihre Show? Die von Gehr verwendeten raffinierten, an Blicke in Einkaufspassagen erinnernden Einstellungen verstärken noch die ohnehin gespenstische Atmosphäre. Das Museumssortiment interaktiver Videospiele wird im Film nur indirekt und relativ spät gezeigt. Gehr zieht es mehr zum Altmodischen und Archaischen. So befasst er sich besonders mit dem antiquierten, mit Handkurbel ausgestatteten fotografischen Guckkasten, der unter dem Namen Mutoskop bekannt ist. Cotton Candy geht in puncto Denkmalschutz vielleicht weiter als alle seine bisherigen Werke, von denen keines epischer angelegt ist als dieses. (Jim Hoberman)

  • Regie:Ernie Gehr

  • Kamera:Ernie Gehr

  • Autor:Ernie Gehr

  • Musik:Ernie Gehr

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