Dai Si-gien (Breaking News)

 Hongkong 2004
Drama 90 min.
film.at poster

Kampf zwischen Gangstern und der Polizei, Gesellschaftsreportage und Medienkritik: Tausende von Polizisten belagern ein Gebäude, in dem sich Kriminelle verschanzt haben; dann schaltet sich das Fernsehen ein, und den Räubern gelingt es überraschenderweise, die Medien auf ihre Seite zu ziehen. Inmitten des blutrünstigen Feuergefechts, in dem niemand mehr weiß, wer auf welcher Seite steht, tobt nun auch noch ein Kampf der Medien, in dem ohne Skrupel Nachrichten manipuliert werden. Breaking News ist Johnnie Tos jüngste Eskapade im Kriminalthrillergenre. Agil und authentisch kombiniert der Film die Struktur eines Gangsterfilms mit der Geschwindigkeit und Unmittelbarkeit der Nachrichten, die wir im Fernsehen anschauen. To fordert das Publikum heraus, indem er fesselnde neue Ideen in das bekannte Räuber-und-Gendarm-Spiel einbringt und kommentiert sowohl die Manipulation von Ereignissen durch die Medien als auch die sorgsam inszenierten Nachrichtensendungen mit dem Charakter von Reality-Shows. Der Film beginnt mit einer atemberaubenden achtminütigen Einstellung einer Schießerei; darauf folgen 90 Minuten knappe, kontrollierte und actionreiche Unterhaltung in halsbrecherischem Tempo. To manövriert sich sicher und geschickt durch das einigermaßen chaotische Thema, und es gelingt ihm dabei, eine scharfe Gesellschaftsreportage mit einer humorgeladenen Geschichte zu verknüpfen. Eine Ode an die Manipulation der Wahrheit und die schmutzige Arbeit, die von stillen Mitstreitern erledigt wird, ist Breaking News somit ein weiteres Beispiel für Tos Talent der makellosen Inszenierung und präzisen Erzählkunst. (Giovanna Fulvi)

(Text: Viennale 2004)

Details

Richie Jen (Yuen), Kelly Chen (Rebecca), Nick Cheung (Cheung), Cheung Siu Fai (Eric), Hui Siu Hung (Hoi), Lam Suet (Yip), You Yong (Chun), Ding Hai Feng (Long), Li Hai Tao (Chung)
Johnnie To
Cheung Chi Wing, Ben Cheung
Cheung Siu Keung
Chan Hing Kai, Yip Tin Shing

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

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    Johnnie To, die zweite, diesmal konventionellere Arbeit. Es geht um den Kampf der Polizei gegen eine Bande Gangster, die sich in einem Wohnblock verschanzt haben. In der Konstellation sind außerdem noch die Medien vorhanden, für die beide Seiten ein ideales Bild von sich präsentieren wollen, aus PR Gründen. Wem das nützen soll, weiß ich nicht. Brauchbare Medienkritik ist es jedenfalls nicht. Zu Beginn des Films gibt es ein 10-minütiges Shootout, in einer einzigen Einstellung gedreht. Ein netter Stunt, aber der Stoff ist überholt.

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