Hwal - Der Bogen

 Südkorea 2005

Hwal

Drama 19.12.2008 88 min.
7.20
Hwal - Der Bogen

Der koreanische Regisseur Kim Ki-Duk erzählt in grausam-schönen Bildern eine archetypische Geschichte vom Erwachsenwerden.

Ein alter Mann und ein Mädchen leben alleine auf einem Fischerboot. Seit der
Fischer das Mädchen im Alter von sechs Jahren bei sich aufnahm, hat sie das
Boot nicht verlassen. Mittlerweile ist sie 16 und in drei Monaten soll die
Hochzeit der beiden sein. Die intimen Rituale, die sie schweigend begehen,
werden jedoch jäh unterbrochen, als ein junger Student, der das Boot
besucht, das Interesse des Mädchens weckt. Der Bogen, mit dem der Mann sonst
Orakel oder auch zarte Melodien spielt, entwickelt sich zum Gegenstand
sexueller Macht und bringt die Schicksalsgemeinschaft auf dem Boot aus dem
Gleichgewicht.

Details

Yeo-reum Han, Si-jeok Seo, Gook-hwan Jeon, Seong-hwang Jeon, Seok-hyeon Jo u.a:
Ki-duk Kim
Eun-il Kang
Seong-back Jang
Ki-duk Kim
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Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der alte Mann und das Mädchen
    Dieses Mal hat der große Magier der Bilder wohl nicht gezaubert. Er erzählt nur ein symbolträchtiges Märchen. Vom alten Mann und dem jungen Mädchen. Beide sind sonderbare Figuren, die sowohl namenlos als auch wortlos sind. Sie flüstern nur manchmal, leben auf einem Schiff, wo der Alte etwaige Nebenbuhler unter den Angelgästen abwehren muss. Das tut er mit Hilfe seines Bogens. Ein junger ’Prinz’ erobert ihr Herz. Es läuft auf eine Kraftprobe zwischen den beiden Männern hinaus. Es siegt letztlich die Tradition. Bei der angedeuteten hochzeitlichen Vereinigung des Alten mit dem Mädchen wird der Pfeil zum Penisersatz, die Defloration farblich unterlegt. Das Ende ist bewusst nicht klar erkennbar, nur das nachgereichte Motto kann eine Erklärung sein: „Stärke und ein wunderschöner Klang, so wie er von einem angespannten Bogen kommt. So will ich bis zu meinem Tode leben.“ Der titelgebende Bogen ist also sowohl todbringende Waffe als auch ein wohlgefühl-lieferndes Musikinstrument. Und während man noch über den Ausgang der Geschichte nachdenkt, stellt man fest, Kim Ki-duk hat uns doch wieder verzaubert.