Dias de campo

Chile, F, 2004

Film

Min.90

Días de campo ist Raúl Ruiz erster chilenischer Film seit 1973, dem Jahr, in dem er aus seinem Vaterland floh. Als Inspiration für den Film dienten zwei Erzählungen des chilenischen Romanautors Federico Gana sowie dessen persönliches Leben. In einer Bar in Santiago sitzen zwei ältere Männer beieinander und grübeln, jeder mit einem Glas Wein in der Hand, das die Zunge lösen soll. Einer der beiden, Don Federico, spielt mit seinem Glas und schreibt, wie es den Anschein hat, an einem Roman. Es herrscht eine seltsame Stimmung, und die Männer führen ein bizarres Gespräch: Sie unterhalten sich miteinander, als wären sie beide tot. Wo befinden wir uns? Im Reich der Toten? Im Gegenteil. Wir sind in einem früheren Leben, in einer Erinnerung, denn Don Federico beschwört seine Kindheit auf dem Land herauf. Was als Verfilmung eines Romans von Federico Gana begonnen hat, den Ruiz mit acht Jahren in der Schule gelesen hatte, wird über das Verquicken zweier Romane Ganas zu einem Film über die Erinnerungen, die das Lesen dieser Bücher beim jungen Ruiz und bei Ruiz heute hinterlassen hat. Mit anderen Worten: eine neue Kollektion Ruizscher Elemente aus dem unvergleichlichen Hirn des chilenischen Magiers. Días de campo ist ein elliptischer und faszinierender Film, der quer durch konventionelle Erzählstrukturen geht, ein Film, der zweifellos dem magischen Realismus einiges zu verdanken hat. (Sandra den Hamer)

(Text: Viennale 2005)

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  • Regie:Raul Ruiz

  • Kamera:Inti Briones

  • Autor:Raúl Ruiz nach Federico Gana

  • Musik:Alfonso Leng, Jorge Arriagada

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