Dick Tracy

USA, 1990

Action

Der Film besticht auch durch eine visuell originelle Optik in Bonbonfarben.

Min.103

Chicago um 1930: Der wackere Polizist Dick Tracy will, mit Unterstützung eines pfiffigen Straßenjungen, dem berüchtigten Gangsterboss Big Boy Caprice das Handwerk legen. Aber seine Freundin Tess Trueheart will nicht länger an der Seite eines rastlosen Polizisten leben und zieht deshalb zu ihrer Mutter. Da wird sie entführt. Dick Tracy sucht nach ihr, wird selbst überfallen und betäubt. Dick Tracy, eine Neubearbeitung, die sich jedoch sinngemäß an den Comic-Strip hält, präsentiert erstaunliche Masken und Film-Set-Designs, während der Kampf gegen das Verbrechen weitergeht. Mit optisch grandiosen Bildern wird die Comic-Welt von «Dick Tracy» bis ins kleinste Detail wieder erschaffen. Die Integration von Live-Aktionen und deutlich künstlichen Kulissen (die sich an der Grenze zwischen Comic und Realität bewegen) ist perfekt. Die Entscheidung, nur eine limitierte Zahl von Grundfarben zu verwenden, trägt dazu bei, das Stadtbild hervorzuheben und liefert einige faszinierende Nachtaufnahmen von Straßen. (Damian Cannon) Obwohl die Ikonografie des rauen Detektivs mit Hut und Trenchcoat so einvernehmlich klar bekannt ist wie die des verwirrten Professors oder des debilen Comic-Sammlers, füllt kaum ein gezeichneter Vertreter dieser Spezies ihre Attribute so überzeugend aus wie Chester Goulds Dick Tracy, der ab 1931 den Zeitungsstrips das bot, was zur gleichen Zeit mit Scarface oder The Public Enemy in die Kinos und mit Al Capone in die Schlagzeilen kam. Trotz des Sherlock-Holmes-Profils ist Tracy dessen toughere Variante: ermittelnd, kombinierend, vor allem aber schlagend und schießend gegen in den Vierzigern eingeführte Bösewichter namens u. a. Trigger Doom, Flattop, Pruneface, The Brow antretend. Die karikativen Überzeichnungen verhalten sich symbiotisch zur harten Gangart und den Schwarz-Weiß-Kontrasten, und Gould schafft es, zwischen Geschwindigkeit und Stimmungsfülle das rechte Maß zu halten und auf kleinstem Raum so detailliert wie möglich zu arbeiten. (Sven-Eric Wehmeyer)

  • Regie:Warren Beatty

  • Kamera:Vittorio Storaro

  • Autor:Jim Cash, Jack Epps Jr. nach der Vorlage von Chester Gould

  • Musik:Danny Elfman, Jeff Lass, Andy Paley, Stephen Sondheim

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