El brau blau / The Blue Bull

 E 2008
Independent 63 min.
film.at poster

Ein 30-jähriger Mann wohnt alleine in einem Landhaus, einige Kilometer von Barcelona entfernt. Hier kann er seiner Fantasie und Kreativität freien Lauf lassen, denn er ist vom Mythos des Stierkampfs besessen. Jeden Tag sammelt er Steine, die er mit einer Schubkarre auf eine Wiese bringt, um sie dort im Kreis anzuordnen. Auch auf der Betonfläche vor seinem Haus zeichnet er Hörner und strategische Stellen als Kreuze, und er liest Schriften berühmter Autoren über die Symbolik der Corrida. So ist aus der alltäglichen Wiederholung ein Ritual geworden. El brau blau besteht aus Archivaufnahmen von Stierkämpfen, Zwischentiteln aus Texten, welche die Hauptfigur liest, oder langen, mit der Handkamera gefilmten Sequenzen. Dadurch «vermittelt uns der Film seine eigene Sicht auf die Corrida, zeigt einzig die Technik, ohne das Endziel abzubilden, also den Tod des Stiers, (...) und erfindet seine eigenen Formen und Rituale», wie Daniel V. Villamediana präzisiert. Der Stier bleibt dadurch eine Symbolfigur, die einzig in der Vorstellung des randständigen Helden auftaucht. Der erste Langspielfilm des jungen spanischen Regisseurs ist aber auch eine Hommage an José Tomás - einen Toreador, der den Stierkampf dank einer «strengen, präzisen, zurückhaltenden Technik revolutionierte und der dem Stier gegenüber Distanz zu halten wusste wie kein anderer zuvor. Im Stierkampf wie im Film ist alles eine Frage der Distanz.» (Filmfestival Locarno)

(Text: Viennale 2008)

Details

Daniel V. Villamediana
Pablo Morales
Daniel V. Villamediana

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken