Empty Quarter - Eine Frau in Afrika

 F 1985

Empty Quarter - Une femme en Afrique

Independent 85 min.
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Empty Quarter - Une femme en Afrique ist eine Herausforderung. Mit einer Frau als einziger und einzigartiger Hauptfigur und der Off-Stimme eines Mannes, den man nie auf der Leinwand sieht, ist der Film eine Meditation in Form einer Chronik über die Leere des Verlangens, anhand einer Initiationsreise, die von Djibouti, über Kenia und den Sudan nach Venedig führt. Der Film ist auch eine Reflexion über das kinematografische Bild und seine doppelte Macht der Anziehung (Faszination) und Distanzierung (Dereliktion). Die reale Tour de Force Depardons besteht darin, den Zuschauer auf Distanz zu halten und zugleich sein Verlangen hervorzurufen. Die junge Frau, die er filmt, ist alles andere als asexuell. Sie hat einen begnadeten Körper. Sie atmet. Sie spricht. Sie steckt voller Leben. Und dieses inkarnierte Leben selbst bewirkt die Unerfülltheit des Verlangens, das Depardon auf beschwörende Weise festhalten will, in seiner Funktion als Fotograf des Alltäglichen. (Jean-Luc Poullade, Stadtkino-Programm Nr. 118) Es geht um einen Reporter von dreißig Jahren, der bis zu jenem Zeitpunkt sein Privatleben vernachlässigt hat. Er hat eine Begegnung mit einer Frau, die nicht für ihn gemacht ist, die ihm Dinge zeigen wird, die er nicht sehen wollte. Wie soll ich so etwas drehen, ohne über die Fiktion zu gehen? Ich würde es gerne anders machen, aber wie? Ich will mich von meinen Erinnerungen befreien. Das ist die älteste, die ich habe, ich war damals dreißig. Ich habe noch einige, und nur über die Fiktion kann ich sie loswerden. (...) Afrika sollte durch seine Geräusche, seine Gesichter, seine natürlichen Dekors sprechen. Ich habe Françoise Prenant oft mitten in die Umgebung unter die Leute gestellt, ohne dass diese überhaupt bemerkt hätten, dass wir drehen. Als «Statisten» nahmen wir diejenigen, die sich einmischten. Im Übrigen hätten wir auch gar keinen Assistenten gehabt, um sie daran zu hindern. (Raymond Depardon, Stadtkino-Programm Nr. 118)

(Text: Viennale 2008)

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Françoise Prenant
Raymond Depardon
Raymond Depardon
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