Du sollst nicht lieben

 IL/D/F 2009

Einayim Petukhoth (Eyes Wide Open)

Drama 10.12.2010 91 min.
7.30
Du sollst nicht lieben

In seinem Erstlingslangfilm berührt Regisseur Haim Tabakman ein Tabuthema - Homosexualität im ultraorthodoxen Judentum. Diese israelisch-deutsche Koproduktion feierte bei den Filmfestspielen von Cannes 2009 ihre Weltpremiere.

Der junge und attraktive Student Ezri flüchtet vor dem Regen in den Laden des Fleischers Aaron. Beide sind orthodoxe Juden, doch anders als der unstete Ezri ist Aaron Ehemann, Familienvater und ein respektiertes Mitglied der Gemeinde in Jerusalem. Was als Arbeitsbeziehung anfängt, entwickelt sich schnell zu einer erotischen Faszinationen zwischen den beiden so ungleichen Männern - und diese stürzt den Fleischer in eine tiefe Glaubens- und Familienkrise. Haim Tabakmans aufwühlendes, vielfach preisgekröntes Drama wirft einen vieldeutigen Blick in die Welt des ultra-orthodoxen Judentums und nimmt sowohl den Glauben als auch die sexuelle Lust als menschliche Bedürfnisse ernst. Die französische "Libération" stellte in ihrer Rezension die Frage: "Kann Gott eine Liebe von solcher Klarheit verurteilen?"

In seinem Erstlingslangfilm erzählt Regisseur Haim Tabakman die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen dem jüdisch-orthodoxen Familienvater Aaron und dem schwulen, charismatischen Religionsschüler Ezri. Mit seinen homosexuellen Neigungen in der strengen Gemeinschaft Jerusalems stößt Aaron auf religiöse Tabus und muss gegen Zwänge kämpfen. Auch Aarons Frau Rivka spürt den Druck, der auf ihrem Mann lastet. In starken, eindrucksvollen Bildern zeigt der Film eine für Frauen und auch Männer enge Welt.

Details

Zohar Strauss, Ran Danker, Tinkerbell, Tzahi Grad, Isaac Sharry
Haim Tabakman
Nathaniel Mechaly
Axel Schneppat
Merav Doster
Polyfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Tödliche Liebe
    Der Titel erinnert in seiner Formulierung an ein Gebot bzw. Verbot. Hier gilt das für einen Mann in Bezug auf einen anderen Mann. Dass orthodoxe Juden schwul sind ist ein Tabu. Wenn einer davon, Aaron, ein verheirateter Familienvater ist, handelt es sich um ein Drama mit einem Ausmaß einer klassischen, antiken Tragödie. Diese ausweglose Situation beschreibt Regisseur Chaim Tabakman äußerst sensibel und eindringlich. Aaron und Ezri kommen sich schrittweise näher. Von der ersten Umarmung bis zum ‘Sandwich‘. Außerdem kreiert Tabakman eine detaillierte Insider-Atmosphäre, in der sich eine Dreiecksgeschichte entwickelt, in der neben Aaron (Zohar Strauss) auch seine Frau Rivka (Tinkerbell) eine stille, leidende Rolle spielt. Der jugendliche Verführer Ezri (Ran Danker) taucht auf und verschwindet auch wieder.
    Viele ausdrucksstarke Blicke werden ausgetauscht. Gerüchte kursieren. Die Sittenwächter kommen. Es gibt lange bibelkompatible Streitgespräche. Aaron sagt ‘Ich war tot. Jetzt lebe ich.‘ und seiner Frau gegenüber ‘Das Böse ist über mich gekommen.‘ Er sieht keinen Ausweg. Das Ehepaar bildet eine Art stille Pieta: Geständnis? Verzeihung? Danach taucht Aaron in einen See…Ein schwieriges Thema, mutig und mit viel Gefühl angegangen.