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Filmkritik
01/21/2019

"Chaos im Netz": Ralph macht das Internet kaputt

Das neue Animationsabenteuer von Disney erzählt eine quirlige Geschichte auf mehreren Ebenen und ist ein Riesenspaß für Groß und Klein.

von Erwin Schotzger

Vor ein paar Jahren reichte es Ralph. Er hatte keine Lust mehr der alles zerstörende Bösewicht Randale-Ralph zu sein. Nur einmal wollte auch er in die Heldenrolle schlüpfen. Ralph ist deshalb aus seinem Videospiel ausgestiegen und in einem anderen Spielautomaten einer Arcade-Spielhalle zum Helden geworden. Dort hat er sich auch mit der kleinen Rennfahrerin Vanellope von Schweetz angefreundet. Das passierte 2012 im Disney-Abenteuer "Ralph reichts".

 

Die Welt wird so schnell größer

In der Fortsetzung "Chaos im Netz", die im englischen Original "Ralph Breaks the Internet" (dt. "Ralph macht das Internet kaputt") heißt, sind Vanellope und Ralph immer noch die besten Freunde. Während der herzensgute Ralph jetzt rundum glücklich ist, findet nun Vanellope ihr Leben ein wenig langweilig. Zum Glück bekommt die Spielhalle gerade einen WiFi-Anschluss. Damit öffnet sich die Tür in die unendlichen Weiten des Internets.

Das trifft sich gut. Denn Ralph braucht dringend ein Ersatzteil für Vanellopes Spielautomaten "Sugar Rush". Ohne dem Lenkrad droht die endgültige Abschaltung. Katastrophe!

 

Freunde, die verschiedene Wege gehen

Auf Eboy (oder heißt es doch Ebay?) gibt es das begehrte Teil noch. Zum allerersten Mal brechen Ralph und Vanellope ins World Wide Web auf. Dort angelangt können sie kaum fassen, was es da alles gibt. Im Vergleich zur kleinen Welt der Spielhalle ist das Internet eine gigantische Großstadt mit unzähligen Attraktionen, aber auch nicht wenigen Gefahren. Langweilig ist es hier jedenfalls nicht. Vanellope will gar nicht mehr zurück.

Die abenteuerliche Reise wird für die beiden Freunde zu einer harten Probe für ihre Freundschaft.

Für uns Kinobesucher ist es ein fantastischer Blick auf das für uns schon alltägliche Internet aus der Sicht der 80er-Jahre. Die quirlige Venellope fühlt sich in dem Rennspiel "Slaughter Race" pudelwohl und findet dort neue Freunde, was Ralph gar nicht gefällt. Die Entwicklung kann man wohl am besten mit Kids vergleichen, die irgendwann das niedliche "Mario Kart" nicht mehr so cool finden und plötzlich auf die düstere Welt von "Grand Theft Auto" schwören. Ralph ist in seiner kindlichen "Mario Kart"-Welt zufrieden, Vanellope ist sie schon zu klein.

 

Blockbuster-Kino

Im ersten Teil "Ralph reichts" war die Geschichte spannender, denn diesmal verläuft alles ziemlich geradlinig. Das zerbrochene Lenkrad dient nur als McGuffin für die atemberaubende Jagd danach. Der Film ist wie ein Action-Blockbuster mit spektakulärem Showdown aufgebaut. Aber das stört in diesem Fall nicht, weil es der Film versteht, Geschichten auf mehreren Ebenen zu erzählen. Daher ist "Chaos im Netz" ein Riesenspaß für Groß und Klein.