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Filmkritik
01/29/2020

"Die fantastische Reise des Dr. Dolittle": Endlich ein Film für unsere Haustiere

Robert Downey Jr. bietet als liebenswert kauziger Tierdoktor, der mit seinen Patienten sprechen kann, gute Familienunterhaltung.

von Franco Schedl

Dr. Dolittle kennt doch praktisch jedes Kind und jeder Hund: der altenglische Tierarzt hat sich einen Namen gemacht, weil er mit jedem einzelnen seiner Patienten in dessen Muttertiersprache reden kann. Doch nach dem Tod seiner Frau ist der Doktor in Depressionen verfallen. Erst als die junge Queen Victoria lebensgefährlich erkrankt, wird er aus seiner Lethargie gerissen.

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Ein Tierarzt für die Queen

Komisch ist das schon: Die Queen braucht einen Tierarzt? Ob das wohl auf Majestätsbeleidigung hinausläuft, weil man auf die Idee kommen könnte, dass die Königin als Kuh, Gans oder Ziege bezeichnet werden soll?  Die Erklärung ist aber viel einfacher: falls Victoria stirbt, verliert der Doktor sein Grundstück, auf dem er mit all seinen tierischen Freunden lebt; außerdem ist Dolittle einfach eine hilfsbereite Natur, obwohl er gern den Menschenfeind hervorkehrt. Daher startet er auf der Suche nach einem Heilmittel zu einer abenteuerlichen Reise und sticht mit seiner animalischen Crew in See.  Ebenfalls mit dabei ist ein Menschenjungen (Harry Collett), der das Zeug dazu hat, Dolittles Nachfolger zu werden, weil ihm die Sprache der Tiere immer verständlicher klingt.

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Berühmte Tier-Stimmen

Hier treten viele Berühmtheiten zumindest stimmlich in Erscheinung: Es gibt einen Eisbären (John Cena), der immer friert, einen ängstlichen Gorilla (Rami Malek), dem seine eigene Stärke gar nicht bewusst ist, eine pausenlos plappernde Ente (Octavia Spencer), einen klugen Papagei (Emma Thompson), eine freundliche Giraffe (Selena Gomez)  und einen halbverrückten Tiger mit Mutterkomplex (Ralph Fiennes). Zumindest Antonio Banderas darf seine Menschlichkeit beibehalten und macht als rachsüchtiger König eines orientalischen Märchenlandes Dolittle vorübergehend das Leben schwer. Einen definitiven Bösewicht verkörpert Michael Sheen in Gestalt eines deutschstämmigen Arztes, der aus Neid auf den Tierversteher finstere Pläne schmiedet.

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Ein Leben nach Iron Man

Es sieht ganz danach aus, als hätte Robert Downey Jr. nach Sherlock Holmes und Iron Man eine weitere legendäre Rolle kreiert. Allen absprechenden und zum Teil richtig gehässigen Kritiken aus Amerika zum Trotz, beweist der Darsteller in der Rolle des liebenswert kauzigen Tierdoktors, dass es für ihn ein Leben abseits von Marvel gibt. Wir bekommen witzige, liebevoll animierte und spannende Unterhaltung für die ganze Familie geboten, zu der man ausdrücklich auch die Haustiere mitnehmen sollte. Selbst wenn in die Handlung einmal ein Unterleibswitz eingebaut wurde (Stichwort: Drache), muss man darüber ebenfalls lachen und wird nicht die Nase rümpfen. Seien wir ehrlich: solange keine singenden Katzen mit Menschenköpfen auftreten, die wirken, als wären sie soeben aus einem Gentechniklabor entkommen, kann dieser Film ja gar nicht so schlecht sein.

3 1/2 von 5 Dudelsäcken aus Drachenhintern