"The Housemaid"-Kritik: Seyfried mit Mut zum Overacting

Amanda Seyfried fasst einer Frau vor ihr mit der Hand an ie Wange und nähert ihr Gesicht bedrohlich
Regisseur Paul Feig gelingt mit seiner Bestseller-Verflimung eine Mischung aus Thriller und Comedy.

Literaturfreunde können sich 2026 auf ein wahres Filmfest freuen, denn dieses Jahr kommen einige Buchadaptionen in die Kinos. Bereits am 9. Januar startete auf Netflix die Verfilmung von Emily Henrys (34) Bestseller "Kein Sommer ohne dich". Nur einen Monat später folgt mit "Wuthering Heights - Sturmhöhe" ein echtes Kino-Highlight: Der Klassiker von Emily Brontë wurde von Oscarpreisträgerin Emerald Fennell (40) neu interpretiert und beeindruckt mit Margot Robbie (35) und Jacob Elordi (28) in den Hauptrollen.

Bereits jetzt kommen Thriller-Fans bei dank "The Housemaid - Wenn sie wüsste" voll auf ihre Kosten. Die Verfilmung des weltweiten Bestsellers von Freida McFadden (45) startete vergangenen Monat in den US-Kinos und hat weltweit bereits rund 150 Millionen Dollar eingespielt. Ein zweiter Teil ist bereits in Arbeit. Mit Sydney Sweeney, Amanda Seyfried und Brandon Sklenar in den Hauptrollen überzeugt der Film durch eine spannende Prämisse und einer gelungenen Umsetzung.

Sydney Sweeney und Amanda Seyfried in ihren Filmrollen bei "The Housemaid"

Szene aus "The Housemaid - Wenn sie wüsste"

Darum geht's in "The Housemaid"

Millie Calloway (Sweeney) ist eine junge Frau mit einer kriminellen Vergangenheit. Nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis will sie endlich neu anfangen. Sie ergattert mit einem erlogenen Lebenslauf einen Job als Haushälterin bei der wohlhabenden Familie Winchester. Zunächst scheint alles perfekt zu laufen: Millie erhält nicht nur den Job, sondern auch ein eigenes Zimmer im Dachgeschoss des opulenten Anwesens.

Doch schon bald zeigt sich, dass hinter der perfekten Fassade ihrer Arbeitgeberin Nina Winchester (Seyfried) etwas Dunkles lauert. Immer wieder lässt Nina ihre Launen an Millie aus und verwandelt deren Alltag in einen Albtraum. Nur Ninas charismatischer Ehemann Andrew (Sklenar) scheint etwas Ruhe in die Situation zu bringen. Doch Millie steht mit dem Rücken zur Wand - denn Nina weiß genau, wie sie ihre neue Angestellte unter Druck setzen kann.

Amanda Seyfried sitzt vor einem Spiegel und hält brennendes Papier in der Hand

Szene aus "The Housemaid - Wenn sie wüsste"

Flotte Inszenierung dank Paul Feig

Auf dem Regiestuhl nahm Paul Feig Platz - ein Filmemacher, der wie geschaffen ist für dieses Material. Seine Filme zeichnen sich oft durch starke Frauenfiguren aus, wie etwa in "Taffe Mädels" mit Sandra Bullock oder "A Simple Favor". Auch diesmal liefert Feig einen packenden Film ab, der zu keiner Minute an Fahrt verliert. Zugleich streut er immer wieder humorvolle Momente ein, die nie fehl am Platz wirken. So gelingt ihm die anspruchsvolle Balance zwischen Thriller und Comedy mit Leichtigkeit.

Auch auf technischer Ebene weiß der Film zu überzeugen. Visuell kann sich der Film sehen lassen und auch die gezielt eingesetzten Soundeffekte erhöhen in Schlüsselmomenten die Spannung. Feig beweist zudem ein Auge für Details: Das Anwesen der Winchesters ist in kühlen Farbtönen gehalten und trägt so maßgeblich zur düsteren Atmosphäre bei. Mit raffinierter Kameraarbeit sorgt er beim Publikum für ein stetiges Gefühl von Paranoia.

Eine ramponierte Sydney Sweeney hält ein brennendes Streichholz in die Höhe

Szene aus "The Housemaid - Wenn sie wüsste"

Amanda Seyfried und Sydney Sweeney punkten mit ihren Darbietungen

Das Publikum sollte die Handlung allerdings nicht zu ernst nehmen - "The Housemaid" erinnert stark an die Erotikthriller der 90er-Jahre, die gerade für ihre Überzeichnung und mangelnde Subtilität bekannt wurden. Amanda Seyfried und Sydney Sweeney scheinen das genau zu wissen und spielen ihre Rollen mit spürbarem Bewusstsein für diesen bestimmten Ton. Besonders Seyfried glänzt als labile, undurchschaubare Mutterfigur. Ihr gelegentliches Overacting fügt sich stimmig in den überdrehten Stil des Films ein und wirkt nie deplatziert.

Sydney Sweeney überzeugt ebenfalls mit einer glaubwürdigen Darstellung. Ihre Wandlung von der zurückhaltenden jungen Frau zur selbstbewussten Persönlichkeit, die sich nichts mehr vorschreiben lässt, gelingt ihr mühelos. Brandon Sklenar, bekannt aus der Serie "1923", zeigt sich hier von einer völlig anderen Seite und weiß ebenfalls zu überzeugen. Der italienische Star Michele Morrone ist dagegen nur in einer kleineren, eher eindimensional angelegten Rolle zu sehen.

Amanda Seyfried kuschelt sich an die Brust von Brandon Sklenar

Szene aus "The Housemaid - Wenn sie wüsste"

Fazit:

Wer Spaß an überdrehten, spannungsgeladenen Thrillern hat, kommt bei "The Housemaid - Wenn sie wüsste" voll auf seine Kosten. Die Handlung mag nicht immer realistisch sein, doch die zahlreichen unerwarteten Wendungen sorgen für durchgehende Unterhaltung. Abgerundet wird das Ganze durch überzeugende schauspielerische Leistungen des gesamten Ensembles.

3 1/2 von 5 unverhofften Gefühlsausbrüchen

"The Housemaid - Wenn sie wüsste" ist derzeit in unseren Kinos zu sehen. Hier geht's zu den Spielzeiten!