Fish Tank

 GB 2009
Drama 25.02.2011 124 min.
7.30
Fish Tank

Selten zuvor wurden die widersprüchlichen Gefühle einer heranwachsenden jungen Frau so auf den Punkt gebracht: Die 15-jährige Mia ist von der Schule geflogen und lässt ihrer Aggressivität in ausgedehnten Streifzügen durch die Provinz Essex freien Lauf.

Die 15-jährige Mia ist gerade von der Schule geflogen und verbringt ihre Tage in der Provinz Essex damit, wütend durch die Gegend zu laufen und zu trinken, was immer ihr in die Hände fällt. Ein Leben voller aggressiver Wucht, das sich erst ändert, als der neue Freund ihrer Mutter ihr ein paar Angebote der Nähe macht, auf die Mia mit der Gier eines emotional vollkommen ausgehungerten Kindes reagiert. All das spielt in einer verrotteten Gegend, einem heruntergekommenen Apartmenthaus, einer Wohnwagensiedlung; dazwischen Menschen, die keine Sprache für ihre Gefühle haben. Andrea Arnold schaut genau hin auf diese Umgebung, auf die Details in der Kleidung, auf die Musik, die Geräusche, sodass man meint, den Figuren beim Leben zuzuschauen. Einem Leben in den Randbezirken der Gesellschaft, in das uns, so scheint es, nur hin und wieder ein Film aus England Einblick gibt. (Verena Lueken) Wie auch in Arnolds wunderbarem vorigen Film Red Road passiert in jedem Moment etwas Unvorhersehbares: Unmöglich zu sagen, wohin es Mia treibt, ob sie mit ihrem nur mühsam beherrschten Zorn auf der falschen oder richtigen Seite landet. Und genau wie in Red Road unterfüttert Arnold den Film mit Elementen aus der Welt von heute: verstreute CDs, Kopfhörer und Fernsehbilder, Bilder von Überwachungsbildschirmen. Der Umgang mit Sex ist immer direkt, Sinnlichkeit immer in sepiafarbenes Licht getaucht. Die Natur bemächtigt sich hier des Urbanen: Wind, der unablässig durch die Sozialwohnungen pfeift; Gewitter, die beweisen, dass die Elemente selbst die Fenster einer Welt öffnen, die an sich selbst erstickt. (Delphine Valloire )

(Text: Viennale 2009)

Selten zuvor wurden die widersprüchlichen Gefühle einer heranwachsenden jungen Frau so auf den Punkt gebracht: Diese Mia ist widerborstig und verletzlich zugleich, ein gefährlicher Wirbelwind, sensationell lebensecht verkörpert von Katie Jarvis, die von der Straße weg gecastet wurde.

Details

Katie Jarvis, Michael Fassbender, Kierston Waring
Andrea Arnold
Liz Gallacher
Robby Ryan
Andrea Arnold
Polyfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Das Leben ist hart
    Es ist einer jener Filme, die keinen rechten dramaturgischen Anfang, keinen Höhepunkt und auch kein eigentliches Ende haben. Fish Tank ist zwar nicht ganz so schlimm, aber in etwa. Es könnte am Ende auch noch irgendwie weiter gehen. Wenn man über mehrere unnötige Längephasen hinwegsieht und gedanklich den Titel aufzuspüren versucht, kommt unterm Strich trotz allem ein beeindruckender Film raus. Die Atmo stimmt beim wohnen in der Platte und dem Faustrecht auf der Strasse. Und es gibt sogar Ansätze von Zärtlichkeit in dieser rauen Welt: Katie Jarvis als Mia überzeugt in ihrem Debüt. Sie sucht Zuneigung beim Freund ihrer Mutter. Da entsteht ein seltsames Spannungsverhältnis: Mutter - Tochter - Lover. Das trägt und findet einen Schluss, den manche vorhersehen, der andere überraschen wird und wieder andere als Flucht empfinden werden.