Five Easy Pieces - Ein Mann sucht sich selbst

 USA 1970

Five Easy Pieces

Drama 98 min.
7.50
Five Easy Pieces - Ein Mann sucht sich selbst

Ein Schlüsselwerk New Hollywoods.

Weniger vom Filmischen als vom Erzählten und der Intensität der Darstellung her: ein Schlüsselwerk New Hollywoods. Die Geschichte einer Verweigerung und Verstörung. Nicholson, jung, nervig, mit Vibrationen von Chaos hinter der Glätte seines Gesichts. In seinen Blicken, Gesten eine Ahnung von Unberuhigbarkeit mit geringer Hoffnung auf Heilung. Rafelson filmt gelassen, ohne gimmicks, ohne Exzesse des Stils. Kino als Fenster zu radikaler Erfahrung, wobei nie Zweifel aufkommt, dass sie auch diejenige Rafelsons ist. Er könne nur einen Film machen, wenn dieser ganz seinen eigenen Gefühlen entspreche. Ein Satz, der in jenen Jahren auch von Nicholson stammen könnte. Five Easy Pieces: der Ausbruch eines Pianisten aus dem Overground ins Andere, in die Arbeit auf Ölfeldern und Holzschlägen. Eine Suche nach sich selbst. Ausgang ungewiss. (Harry Tomicek)

Details

Jack Nicholson, Karen Black, Lois Smith, Susan Anspach, Billy ¿Green¿ Bush
Bob Rafelson
Tammy Wynette
Laszlo Kovacs
Adrien Joyce

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Sinnsuche
    Wie man diesen Film in fünf ‘leichte‘ Teilstücke unterteilen kann, erschließt sich mir nicht. Da ist der deutsche Untertitel schon hilfreicher, denn Robert (Jack Nicholson) macht sich auf, um sich selbst zu finden. Ein Neuanfang also. Da ist zunächst seine Freundin Rayette (Karn Black gibt das blonde Dummchen grandios) wie ein Mühlstein. Aber er driftet gefühlsmäßig nach Hause, wo er mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Hier ist sein Vater im Rollstuhl und seine Geschwister, die alle – wie er – als Instrumentalisten (Klavier, Geige) unterwegs sind / waren. Seine Freundin Rayette quatscht sich um Kopf und Kragen und vergrößert so die Distanz zu Robert noch. Die Freundin seines Bruder Catherine (Susan Anspach) weist ihn ab, macht ihm aber trotz eines gemeinsamen Saftaustausches klar, dass er ein Mann ohne Liebe ist. Eine leicht ironisierte Diskussion unter Möchte-Gern-Intellektuellen und ein Gespräch mit dem stummen Vater (ein Monolog) geben Robert den entscheidenden Impuls. Hierher gehört er nicht und seine Freundin nervt. Sein Leben liegt vor ihm, wie die Straße. Und so findet Regisseur Rafelson ohne viele Worte eine geniale Lösung als Ende.
    Der junge Jack Nicholson zeigt hier bereits 1970, welche Wandlungsfähigkeit in ihm steckt: ein intelligentes, sensibles Raubein. Stimmungsmäßig bringen es die Songs von Tammy Wynette voll.