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01/03/2018

Fünf Fan-Theorien zu "Star Trek: Discovery"

Vor der Herbstpause hat "Star Trek: Discovery" mit einer spannenden Wende mehr Fragen gestellt als beantwortet. Am kommenden Sonntag geht die abenteuerliche Reise weiter.

Am kommenden Sonntag geht "Star Trek: Discovery" weiter. Das Prequel zur klassischen "Star Trek"-Serie spielt 10 Jahre vor den Abenteuern des Raumschiffes Enterprise und seiner Crew unter Captain James T. Kirk. Das hat schon vor dem Start der neuen TV-Serie zu zahlreichen Spekulationen in der lebhaften Fan-Community geführt. Nach den ersten neun Folgen blühen die Fan-Theorien. Denn der überraschende Cliffhanger vor der Herbstpause hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Diese fünf Fan-Theorien sind daher noch immer im Bereich des Möglichen, wenn am 7. Januar 2018 die Abenteuer des Raumschiffes Discovery und seiner Crew weitergehen.

SPOILER-ALARM! Wer die ersten neun Episoden von "Star Trek: Discovery" noch nicht gesehen hat und nichts über die Handlung erfahren will, sollte hier mit Warp fünf das Weite suchen.

Theorie 1: Admiral Cornwell verliert den Verstand

Diese Fan-Theorie, die lediglich auf einem Detail beruht, scheint bereits widerlegt. Die sechste Episode mit dem Titel "Lethe" beziehen einige Fans auf den gleichnamigen Charakter aus der Episode "Dagger of the Mind" (Dt.: "Der Zentralnervensystem-Manipulator"). Lethe ist hier die Insassin einer Strafkolonie, in der grausame Experimente zur Gedankenkontrolle praktiziert werden. Ihr Gedächtnis wurde gelöscht. Sie gilt als rehabilitiert und arbeitet dort selbst als Therapeutin. Fans nehmen aufgrund des Titels der sechsten Episode an, dass Admiral Cornwell diese Frau ist. Da Cornwell zwar körperlich angeschlagen, aber mental durchaus wohlauf von den Klingonen gerettet wurde, steht die These auf wackeligen Beinen. Zwar könnten weitere Entwicklungen nach wie vor in diese Richtung laufen, aber es scheint ebenso plausibel, dass "Lethe" schlicht in beiden Episoden als Metapher für das Vergessen steht.

Theorie 2: Captain Lorca gehört zur "Section 31"

Die "Section 31" ist ein Geheimdienst der Föderation, der selbst in der obersten Führungsriege der Sternenflotte kaum bekannt ist. Die Spionagegruppe agiert oft ohne Kenntnis der Sternenflotten-Führung und scheut bei der Durchsetzung der Interessen der Föderation auch vor extremen Maßnahmen nicht zurück, selbst wenn diese nicht im Einklang mit den Werten der Sternenflotte stehen. Da Captain Lorca sich immer wieder über Befehle des Sternenflotten-Kommandos hinweggesetzt hat, ist dies eine der ersten Spekulationen der Fans gewesen. Auch das Raumschiff selbst soll demnach ein Werk der Section 31 sein. Das würde erklären, warum in der Zukunft über die Discovery nichts bekannt ist und auch Captain Lorca ein unbeschriebenes Blatt zur Zeit von Captain Kirk ist.

Theorie 3: Ash Tyler ist der Klingone Voq

Diese sehr populäre Fan-Theorie scheint seit der letzten Folge bestätigt. Demnach ist der aus der Gefangenschaft der Klingonen gerettete Tyler der chirurgisch vermenschlichte Klingone Voq, der sich selbst nicht mehr an seine Identität erinnern kann. Auch diese Theorie basiert auf einer Episode der Originalserie: In "The Trouble with Tribbles" (Dt.: "Kennen Sie Tribbles?") wird der menschlich erscheinende Arne Darvin mit Hilfe von Tribbles als Klingone enttarnt. In der Cliffhanger-Episode vor der Herbstpause gesteht Tyler in der Gefangenschaft Sex mit L'Rell gehabt zu haben. Als er nachts vom Sex mit ihr träumt, sucht er sie verzweifelt in ihrer Zelle auf. Sie verspricht ihm, dass sie nicht zulassen werde, dass ihm etwas passiert. "Bald" werde sich alles aufklären. Das klingt nicht wie die erotische Leidenschaft einer Klingonin, die alles Nicht-Klingonische hasst. Das klingt eher nach Liebe und Bewunderung für einen wahren Gläubigen wie Voq, der (wie in Episode vier erwähnt) bereit war, alles – sogar die eigene Identität – zu opfern. Allerdings wäre diese Entwicklung keine Überraschung mehr. Eine unerwartete Wendung ist daher nicht auszuschließen. Zudem wäre auch noch völlig unklar, welches Ziel L'Rell mit dem Spion in Menschengestalt verfolgt.

Theorie 4: Captain Lorca ist aus dem bösen Spiegel-Universum

Eine ebenso populäre Fan-Theorie rankt sich um die Herkunft von Captain Gabriel Lorca. Sein zwiespältiger Charakter hat zu Spekulationen geführt, dass er aus dem bösen Spiegel-Universum stammt. Jede Person hat dort einen bösen Zwilling. Es wird vermutet, dass der echte Lorca auf seinem letzten Schiff gemeinsam mit seiner Crew gestorben ist. Der Spiegel-Lorca habe dann irgendwie seinen Platz eingenommen. Dafür spricht, dass Lorca ganz klar eigene Ziele verfolgt und düstere Geheimnisse hat. Sein gesamter moralischer Kompass passt nicht zu einer Karriere als Sternenflotten-Captain, noch dazu auf einem strategisch wichtigen Schiff wie der Discovery. Die "Spiegeluniversum"-Theorie passt auch besser ins Konzept der Fans, die "Star Trek: Discovery" in einer anderen Timeline sehen als die Originalserie, also in einem Paralleluniversum.

Theorie 5: "Star Trek: Discovery" spielt nicht im Originaluniversum

Die Bestätigung dieser Theorie ist der Wunschtraum vieler Trekkies. Es würde die zahlreichen inkonsistenten Abweichungen vom Kanon der bisherigen "Star Trek"-Serien erklären: den mangelnden Idealismus, das äußere Erscheinungsbild der Klingonen, den Sporen-Antrieb, die Unbekanntheit von Michael Burnham als Auslöserin des Krieges in der Zukunft. Viele Fans gehen daher davon aus, dass erst später offenbart wird, dass es sich um eine andere Timeline und damit ein anderes Universum handelt. Nach dem Cliffhanger meinen einige Theorien, dass "Discovery" nicht wie vermutet ein zweites "Deep Space Nine", sondern eher ein Variante von "Voyager" werden könnte. Denn scheinbar ist Captain Lorca mit seiner Crew nun in einem anderen Universum gestrandet. Bei der Suche nach einem Rückweg könnte das Raumschiff und seine Crew nun von Universum zu Universum springen? Dabei könnte auch das Spiegel-Universum eine Rolle spielen.

Noch extremer wäre die Frage: War die Discovery bisher im selben Universum wie die Originalserie? Oder war es vielleicht sogar das Spiegel-Universum. Vielleicht ist "Star Trek: Discovery" erst jetzt im Universum der Originalserie angekommen?

Zumindest auf einige dieser Fragen, könnte es schon am kommenden Sonntag Antworten geben.

Erwin Schotzger