Futatsume no mado (Still the Water)

 F/Japan/E 2014
Drama 118 min.
film.at poster

Naomi Kawase, 1969 in Japan geboren, ist eine der wenigen Regisseurinnen aus Asien, die international anerkannt und bekannt wurden.

August auf der subtropischen japanischen Insel Amami-Oshima: Noch zeigt sich die Vegetation in ihrer prallen Üppigkeit, während das Meer manchmal schon die herbstlichen Stürme ankündigt und eine Leiche an Land spült. Kyoko, die Tochter einer Schamanin und eines leidenschaftlichen Surfers, verliebt sich in Kaito, einen verschlossenen Jungen, der mit seiner Mutter aus Tokyo auf diese Insel zugezogen ist. Kyoko liebt - wie ihr Vater - das Meer, Kaito hingegen fürchtet sich davor. Das Mädchen sieht sich gezwungen, von der eigenen Mutter, die im Sterben liegt, Abschied zu nehmen. Der Junge wiederum hat sich innerlich schon längst von seiner Mutter losgesagt, weil er nicht verstehen kann, warum sie sich vom Vater getrennt hat. Er läuft Gefahr, der Liebe auszuweichen, da sie ihm - wie das Meer - Angst macht.

Details

Murakami Nijiro, Yoshinaga Jun, Matsuda Miyuki, Sugimoto Tetta, Watanabe Makiko, Murakami Jun, Tokita Fujio
Kawase Naomi
Ao Shigeatsu
Yamazaki Yutaka
Kawase Naomi
MK2

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Das zweite Fenster
    Ein anspruchsvoller Arthouse Film. Bereits der deutsche Titel macht Kopfzerbrechen. Es ist die Antwort auf die Frage ‘Und was sonst noch?‘ Antwort: “Da ist immer noch das Meer“. Der des Originals lautet ‘Das zweite Fenster‘ und bleibt kryptisch.
    Im Dialog wird die Metapher vom Menschen als Welle verwendet. Sie hat Energie, bewegt sich eine zeitlang und vergeht. Nur das Meer an sich ist ewig. Es bleibt.
    Der Film als Ganzes ist schön. Nichts als schön. Auch wenn schon mal ein Schocker eingebaut ist, wie die geöffnete Halsschlagader einer kopfüber aufgehängten Ziege, die unter kläglichem Gewimmer ausblutet.
    Aber auch andere Dinge der aufgedröselten Handlung, die auf einer kleinen abgelegenen japanischen Insel spielt, erschließen sich uns nicht ganz leicht. Da stellen die taschenphilosophischen Gespräche über den Tod noch das geringste Hindernis dar.
    Die Liebesgeschichte zwischen Kaito (Nijiro Murakami) und Kyoko (Jun Yoshinaga) steht zwischen ihren sehr unterschiedlichen Müttern. Ihre Mutter Isa (Miyuki Matsuda) ist sterbenskrank und Schamanin, seine Mutter Misaki (Makiko Watanabe) geht in Richtung Nymphomanin, was Kaito lange daran hindert Kyokos Drängen nachzugeben. Der Schamanismus ist uns ebenso fremd wie das Totenritual im Film. Der Fund einer Leiche am Strand wirft Fragen auf, ein Taifun bringt das Meer ganz schön in Wallung und Vater und Großvater verkünden allgemein gültige Weisheiten. Diese Insel im Meer ist inhaltlich und von der Machart her tausendmal weiter von uns entfernt als der Mond. Aber der große runde Erdtrabant ist auch schön anzuschauen.