Dog Bite Dog

 HK/J 2006

Gau ngao gau

Thriller 109 min.
6.60
film.at poster

Einer der härtesten, brutalsten und düstersten Thrillern der letzten Jahre, in dem Hongkong als dreckiger Moloch mit verwinkelten Hinterhöfen und nicht gerade einladenden Gassen gezeigt wird.

Pang, ein kambodschanischer Killer, wird nach Hongkong geholt, um die Frau eines Richters zu töten. Pang, der in seiner Heimat als Kind gezwungen wurde, an illegalen Kämpfen teilzunehemn, entspricht keineswegs dem Bild des eleganten, bezahlten Mörders, sondern ist ein in dreckigen Klamotten und mit ungewaschenen Haaren herumschleichender junger Bursche. Doch er besitzt einen brutalen, kaltblütigen Killerinstinkt und unbedingte Loyalität. Der Mord gelingt, doch nach dem Blutbad heftet sich der Polizist Wai an seine Fersen. Pang, völlig auf sich allein gestellt, zieht es instinktiv zu Hongkongs gigantischen Müllfeldern. Denn Schmutz und Tod - das sind die Dinge, die ihn unausweichlich umgeben. Dog Bite Dog gehört wohl zu den härtesten, brutalsten und düstersten Thrillern der letzten Jahre, in dem Hongkong als dreckiger Moloch mit verwinkelten Hinterhöfen und nicht gerade einladenden Gassen gezeigt wird. Eleganz weicht Nüchternheit, und die verbitterten Protagonisten kommen aus der tiefsten Unterschicht, die kein menschenwürdiges Leben erlaubt. Soi Cheang untermauert bereits zu Beginn des Films das düstere Geschehen: Der wortkarge Pang, der sich im brutalen Überlebenskampf befindet und der nie eine Schulausbildung hatte, kennt keine Moral, Anstand oder Mitleid. Er tötet, wenn es zweckmäßig ist, ohne zu zögern. Sein Widersacher Wai trägt anderen emotionalen Ballast mit sich: Sein Vater, ebenfalls ein Polizist, liegt im Koma und wird verdächtigt, mit Kriminellen Geschäfte gemacht zu haben. Unstimmigkeiten mit den Vorgesetzten tun ihr übriges, und so ist Wai wie eine tickende Zeitbombe. Einmal zur Zündung gebracht, gibt es kein Halten mehr. Sein Job, Pang zu fassen, wird zum persönlichen Rachefeldzug, bei dem Informanten und selbst unbeteiligte Personen gefoltert werden, um dem Ziel näher zu kommen. Der Zweck heiligt die Mittel, während Ratlosigkeit und Verzweiflung der Kollegen in sinnloser Gewalt münden. Da sind die farblich optimistischeren Aufnahmen von Kambodscha, die im krassen Gegensatz zum kalten Hongkong stehen, nur optisches Pflaster. (Markus Klingbeil)

(Text: Viennale 2011)

Details

Edison Chen, Sam Lee, Weiying Pei, Siu-Fai Cheung u.a.
Soi Cheang
Matt Chow, Kam-Yuen Szeto

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