Grandison

BRD, 1979

Drama

1814 wird in Berlin Carl Grandison (Jean Rochefort) festgenommen. Bevor es zu einer Anklage wegen Hochstapelei und Diebstahl kommt, nimmt er sich im Gefängnis das Leben. Um ihm die Taten nachweisen zu können, wird in Heidelberg sein Palais gepfändet, seine Gattin (Marlène Jobert) verhaftet. Der Stadtamtsdirektor Pfister (Helmut Qualtinger) lässt sie über den Zustand ihres Mannes im Unklaren und versucht, sie "mit dem intellektuellen Skalpell" in mehreren Verhören zu einem Geständnis zu bringen. "Jetzt erfahren wir die Wahrheit", hofft er, als seine Methoden Erfolg zu versprechen scheinen, doch der tote Grandison erringt einen letzten Sieg über den Inquisitor.

Qualtinger gestaltet in GRANDISON den Stadtamtsdirektor Pfister als sinistren Beamten und wird in seiner Beziehung zur schönen Gefangenen zu einer Art Scarpia-Figur. Das Drehbuch des Schriftstellers Michail Krausnick entstand nach den Originalskripten Pfisters, der über das Verhör Buch führte. Achim Kurz' Film wurde kein Kassenerfolg, dennoch lobte die Kritik die darstellerischen Leistungen: "Da ist zuerst Helmut Qualtinger zu nennen, der mit einem Minimum an Mimik diesen Dr. Pfister lebendig werden läßt, eine Mischung aus Sadismus, von Dünkel und Begehrlichkeit." (Filmspiegel, 1979)
Qualtinger investigiert zumeist hinter seinem Schreibtisch verschanzt, durchmisst den Raum mit einer ökonomisch berechneten Anzahl von Schritten. Sein geduldiges Lächeln wird nur selten von gut getimtem Aufbrausen unterbrochen, es ist eine Studie über verhaltenen, geduldigen Sadismus.


Länge:102 Minuten

  • Regie:Achim Kurz

  • Kamera:Jürgen Haigis

  • Autor:Michael Krausnick, Hein Freitag (deutsche Dialoge)

  • Musik:Wolfgang Dauner

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