Half Moon

 Iran/Iraq/A/F 2006

Niwemang

Tragikomödie 13.04.2007 114 min.
7.30
Half Moon

Ein berühmter und sehr eigensinniger alter kurdischer Sänger entschließt sich, in einem baufälligen Minibus mit seinen zehn Söhnen, die auch seine Begleitmusiker sind, bis ins irakische Kurdistan zu reisen.

Gefilmt in Cinemascope in der erstaunlichen kahlen, oft schneebedeckten Berglandschaft des iranischen Kurdistan, erzählt Niwemang die Geschichte einer Reise. Ein berühmter und sehr eigensinniger alter kurdischer Sänger entschließt sich, in einem baufälligen Minibus mit seinen zehn Söhnen, die auch seine Begleitmusiker sind, bis ins irakische Kurdistan zu reisen. Dort soll er, nach dem Sturz von Saddam, ein Festkonzert geben. Für die Musik dieses Mannes ist jedoch die Stimme einer Frau grundlegend wichtig - aber Frauen dürfen im Iran nicht singen. Mit einer Frau an Bord müssen sie also illegal reisen. Bahman Ghobadi gehört zu den anerkanntesten Regisseuren des Iran und hat sich mit Filmen wie A Time for Drunken Horses und Turtles Can Fly mutig der zeitgenössischen Realität kurdischen Lebens gestellt, wobei er sich dabei oft geschickt zwischen tief empfundener Tragödie und warmem, derbem Humor bewegte. In Niwemang ist er leichter gestimmt, auch wenn der Film immer wieder die Realität des kurdischen Kampfes um die eigene Identität und Kultur berührt. Inspiriert durch diesen von Mozart beeinflussten Auftrag, hat Ghobadi einen Film geschaffen, der von einer Liebe zu Musik durchdrungen ist und die Rolle von Frauen bei der Schöpfung musikalischer Schönheit in den Vordergrund rückt. Die Musik stammt von einem der bekanntesten Künstler und Komponisten im Iran: Hossein Alizadeh.

(Text: Viennale 2006)

Details

Ismail Ghaffari, Allah Morad Rashtiani, Hedieh Tehrani, Golshifteh Farahani, Hassan Poorshirazi
Bahman Ghobadi
Hossein Alizadeh
Nigel Bluck, Crighton Bone
Bahman Ghobadi

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Musik für die Freiheit
    Die Handlung enthält einige nicht leicht nachvollziehbare Szenen. Die kann man aber vernachlässigen, denn der Film bezaubert durch das fremdartige Ambiente und die Besonderheit der ganzen Situation.
    Man kann ihn oberflächlich als Roadmovie in politisch vermintem Gelände in der Region Iran/Irak/Türkei sehen. Ein Gebiet, in dem, ungeachtet der Staatsgrenzen, die Kurden seit Jahrhunderten gesiedelt haben. Und dabei auf die Grenzkontrollen achten oder auf die teilweise komischen Schwierigkeiten der Gruppe von 14 Musikern.
    Unweigerlich stößt man daneben aber noch auf eine symbolische Bedeutung, die magische Momente enthält. Eine Reise zu einem Konzert in einem fremden Land - ein typisch kurdisches Phänomen - denn sie haben ja keinen eigenen Staat. Nur einen Anführer, den Vater der 14 Söhne. Der alte Mann tritt trotz warnender Hinweise die Reise an, von der er nicht zurückkehren wird. Eine geheimnisvolle Frau mit dem Namen Halbmond weist ihm den Weg zu seinem Ziel. Die Gruppe löst sich am Ende auf, jeder verfolgt sein eigenes Ziel. Keine rosigen Aussichten für die Kurden. Allein wie die Dokumentation ihrer Situation gemacht ist, ist es wert, angeschaut zu werden.