Soul of a Demon

 Taiwan 2007

Hu die

Drama 122 min.
6.70
film.at poster

Obwohl Rache deutlich erkennbares zentrales Motiv des Films ist, lässt Regisseur Chang einen Hoffnungsschimmer auf einen Neuanfang zu.

Nachdem der junge Taiwanese Ren den Sohn des örtlichen Gangsterbosses Shun niedergestochen hat, kann er gerade noch rechtzeitig nach Japan fliehen. Doch die Flucht hat ihren Preis: Rens älterer Bruder Che muss für den Entkommenen für drei Jahre ins Gefängnis. Während Che die Strafe absitzt, lebt Ren bei seinem Vater Chang, der vor vielen Jahren die Familie verlassen hat. Als Che entlassen wird, kehrt er in das Fischerstädtchen Nanfangao zurück, wo er aufgewachsen ist. Dort angekommen, muss er feststellen, dass sowohl sein Vater nach zwanzig Jahren in Japan heimgekehrt ist, als auch Ren. Für Che bedeutet diese Heimkehr eine Reise in die Vergangenheit: Bilder seiner Kindheit, die traditionellen Rituale, die er bei der Familie der Mutter erlebte und die er lange vergessen hatte, steigen in ihm auf, und er wird von einem Gefühl tiefer Einsam­keit erfasst. Währenddessen spitzt sich die Situation zu, denn Ren hat sich abermals mit Shun angelegt, und diesmal ist auch sein Vater an seiner Seite. Ein blutiger Bandenkrieg bricht aus, und Che, der sich in die Auseinander­setzung hineinziehen lässt, beschließt, Shun zu töten. Nanfangao zeigt sich als heruntergekommene Hafenstadt an der Nordküste Taiwans, die ihre besseren Tage vor Jahrzehnten gesehen hat. Die engen, verwinkelten Straßen zwängen sich in das Tal einer satten, grünen Berglandschaft, und die Materialien der modernen Architektur haben durch den Verfall die erstaunlichsten Farben und Texturen angenommen. Dieser Intensität will Chang Tso-chi eine andere entgegensetzten und konstruiert Nanfangao als Stadt, deren Bewohner der Übermacht der Vergangenheit ausgeliefert sind, als Stadt, in der es keine Zukunft geben kann. (Alexis Waltz)

(Text: Viennale 2008)

Details

Tseng Yi-che (Che), Cheng Yu-jen (Ren), Chen Pei-chun (Pei), Chan Cheng-yun (Kuei), Hayashida Michio (Chang), Hsu Ling-tsang (Shun), Tsai Chieh-de (Onkel Tsai), Lei Feng (Wen-hsiung)
Chang Tso-Chi
Thio Hugo-Panduputra
Chang Chan
Chang Tso-chi

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken


  • Lief beim Filmfestival in Berlin. Das ist an sich noch nicht unbedingt ein Qualitätskriterium, aber der Katalogtext verspricht einiges:

    Rache als zentrales Motiv, aber ein Rächer, der diese Rolle nur sehr widerwillig einnimmt, und eine Stadt, die wohl die heimliche Hauptdarstellerin dieses Films ist.