Ich klage an

 F 1918

J'accuse!

Drama, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 166 min.
7.10
film.at poster

"Ich klage an" ist das erste beeindruckende Drama der Filmgeschichte über den Wahnsinn des Krieges.

Edith Laurin liebt ihren Mann und dessen Freund, den Dichter Diaz. Die beiden überleben den Horror im Schützengraben nicht. Vor seinem Tod hat Diaz eine Vision: Millionen Gefallene steigen aus ihren Gräbern und kehren in einem endlosen Zug in die Heimat zurück, um Rechenschaft zu fordern.
Abel Gance berichtete, dass ihm einige Tausend Soldaten als Statisten zur Verfügung standen, die nach Ende der Dreharbeiten an die Front zurückkehren mussten, wo viele von ihnen fielen.

Details

Romuald Joubé, Séverin-Mars, Maryse Dauvray
Abel Gance
Marc Bujard, Léonce-Henri Burel, Maurice Forster
Abel Gance

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Mein Name ist 'J'accuse'
    Ein erster Teil zeigt die Stimmungslage in Frankreich zu Beginn des 1. Weltkrieges (Volksfestcharakter). Wenn man sich in die Stummfilmsituation eingefunden hat, ist der Film vom Inhalt und von der Darstellung her immer noch anschauenswert. Alle Personen dieses Dreiecksverhältnisses Edith, Diaz (Dichter) und Francois (Ehemann) werden schmerzlich in die Wirren des Krieges mit hineingezogen und müssen teuer bezahlen. Briefe von Soldaten bereiten die emotionale Ebene vor und Skelette tanzen Ringelreihen.
    Der zweite Teil beinhaltet das Ehedrama. Edith (Maryse Dauvray) wird von Deutschen vergewaltigt. Es fallen vor allem die Zwischentexte auf: ‘Das Unglück schlich auf leisen Sohlen heran‘ und ‘über allem schwebt der Geist des Bösen‘. Und immer wieder ‘J’accuse‘. Wenn Diaz (Romuald Joubé) seine ‘Ode an die Sonne‘ vorträgt, sieht man nur Bilder. Später Edith als Opfer vor einem Kreuz. Sie ist Ehefrau, Geliebte, Mutter, und Tochter.
    Lange vor Asterix steht eine Figur, die Obelix sehr ähnlich sieht, als Anführer der Franzosen in vorderster Front: ‘Der Gallier‘.
    Das visionär beeindruckende, optische und gedankliche Finale gipfelt in einer bitterbösen Abrechnung mit allen für den Krieg Verantwortlichen. Erst Kreuze, dann Gefallene, schließlich Auferstandene kehren heim und fragen ‘Hat unser Opfer etwas bewirkt oder sind wir umsonst gestorben?‘ ‘Unter ihren Schritten konnte man in die Erde hineinschauen‘. Split Screen: oben Heeresmassen, unten Paraden.
    Diaz klagt auch die Sonne an, die alles ‘stumm, sanft und ohne Abscheu beleuchtet hat, wie ein grausiges Gesicht mit abgeschnittener Zunge‘.
    In technischer Qualität und Aussagekraft kann man Abel Gance durchaus als einen Vorläufer von Lewis Milestone und Sergei Eisenstein halten.