Ina, Kapatid, Anak (Mother, Sister, Daughter)

 Philippinen 1979
Drama 93 min.
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Als Puras Stiefschwester Emilia ihren Verlobten verführt, verlässt Pura die Philippinen und zieht in die Vereinigten Staaten. Zwanzig Jahre später kehrt sie zurück, um sich um ihren schwerkranken Vater zu kümmern. Ihr plötzlicher Besuch reißt alte Wunden auf und lässt die Rivalität zwischen Schwester und Stiefschwester erneut aufflammen. Der Konflikt bricht nach dem Tod des Vaters offen aus, doch nach dem Begräbnis schließen die beiden Frauen Frieden und geben beide zu, dass sie einander Unrecht taten. Pura kann daraufhin beruhigt nach Hause zurückkehren und endlich die Zuneigung für eine Schwester empfinden, die sie nie wirklich als solche anerkannt hatte. Mother, Sister, Daughter stellt keine moralischen Betrachtungen an, sondern zeigt schlichtweg menschliche Zerbrechlichkeit und Blindheit. Wir empfinden Mitleid für Emilia, weil sie nie glücklich sein wird. Sie kann nur dann glücklich sein, wenn ihr Vater ihr sagt, dass er sie liebt. Doch nun hat ihn der Tod ereilt. Und wir empfinden Mitleid für Pura, weil sie ihr Leben lang fühlen wird, dass sie um Liebe betrogen wurde, selbst wenn sie die Tochter war, die der Vater liebte. Die traurige Geschichte dieser Frauen ist, dass sie beide blind gegenüber der Liebe und Sorge sind, die ihnen andere Menschen geben könnten. Emilia empfindet keine Zuneigung für ihren Mann. Pura tut es ebenso wenig. Emilias Tochter Erlinda kann nicht verstehen, wieso ihre Mutter auf ihre Jugend eifersüchtig ist, ihre Fähigkeit zu lieben und geliebt zu werden. Pura hingegen scheint in ihrem Versuch, ihr Leben in den Griff zu bekommen, ihren Mann und ihre Kinder einfach nur zu tolerieren. Darin liegt die Tragödie von Mother, Sister, Daughter. (Pio de Castro, «Expressweek», 1979)

(Text: Viennale 2009)

Details

Lolita Rodriguez (Pura Villasenor de los Santos), Charito Solis (Emilia Villasenor), Rio Locsin (Erlinda/Linda), Raoul Aragon (Alex), Ric Rodrigo (Manoling), Laurice Guillen (Thelma)
Lino Brocka
Ernani Cuenco
Conrado Baltazar
Mel Chionglo

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