Jeanne d`Arcs lidelse og død

 F 1928
Avantgarde 
film.at poster

Die Wiederbegegnung mit Dreyers Jeanne-dArc-Bearbeitung enthüllt die auch im christlichen Sinne revolutionäre inhaltliche Sprengkraft und die künstlerische Avantgarde des Films. Dreyers Montage diente der Regie dazu, die ganze Aufmerksamkeit des Publikums auf die Gesichter von Jeanne und ihren Richtern zu lenken, um jeden äußeren Einfluss des Dekors, der Landschaften auszuschalten, um die Seele, die innere Verfassung der Menschen zu zeigen. Die Konzentration auf die Gesichter, Münder, Augen, Blicke, Gesten, die Mimik und die Zwischentitel verstärkten die Intensität der Rezeption beim Publikum, das die Worte, die Gefühle und die daraus resultierenden Reaktionen vorher häufig schon von den Lippen ablesen kann. Dreyers gnadenloser Realismus, der den Zynismus von Jeannes Richtern hinter deren heuchlerischer Leidenschaft für die Wahrheit, den Glauben an die Liebe Gottes entlarvt, korrespondiert mir dem filmischen Selbstvertrauen seiner Heldin in die göttliche Geborgenheit und Rettung. Aus der ungeheuren Transparenz der Großaufnahmen entwickelt sich die diesem Meilenstein der Kinematografie eigene Ästhetik. (Josef Nagel) Ich will mich nicht damit aufhalten, was aus dem Film, was aus meiner Rolle in der so genannten kommerziellen Fassung geworden ist. Ich weiß, ich habe unvergessliche Erinnerungen an die Arbeit mit Dreyer. Ich hatte dabei mit einem Mann zu tun, der es geschafft hat, mich an die Richtigkeit, die Schönheit und das menschliche Interesse seiner Konzeption glauben zu lassen. Und was auch meine Ideen zum Kino, zur Poesie, zum Leben gewesen sein mochten, dieses eine Mal ist mir klar geworden, dass ich nicht mehr mit einer Ästhetik, einer Parteinahme zu tun hatte, sondern mit einem Werk. (Antonin Artaud in einem Interview in «Cinémonde», 1. August 1929)

Details

Renée (Maria) Falconetti (Jeanne dArc), Eugene Silvain (Bischof Pierre Cauchon), André Berley (Jean dEstivet), Maurice Schutz (Nicolas Loyseleur), Antonin Artaud (Jean Massieu), Michel Simon, Jean dYd (Guillaume Evrard), Louis Ravet (Jean Beaupère), Armand Lurville (Richter), Jacques Arnna (Richter), Alexandre Mihalesco (Richter), Léon Larive (Richter)
Carl Theodor Dreyer
Arthur Honegger (Originalscore von 1927)
Rudolph Maté
Carl Theodor Dreyer nach dem Buch von Joseph Delteil
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