Jeanne la pucelle (Teil 1)

, 1994

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Gewissermaßen die "Großproduktion" in Rivettes OEuvre, eine charakteristisch sparsame wie detailreiche Erzählung über die Jungfrau von Orléans, in zwei geschlossenen Teilen. Film 1, Les batailles, zeichnet ein erstaunlich nüchternes Bild der 15jährigen (verkörpert von der erwachsenen Sandrine Bonnaire), die Frankreichs Soldaten auf Gottes Geheiß gegen die Engländer führt. Dramaturgie und Komposition sind - bis auf Brecht'sche Einschübe, in denen Figuren einen Teil der Handlung frontal in die Kamera erzählen - von klassizistischer Schönheit, die Nuancen gelten aber einem unprätentiösen Blick auf soziale, sexuelle, ständische Machtverhältnisse. Das Mittelalter gewinnt dadurch eine vertraute Fremdheit, der Mythos an Menschlichkeit. Das Unergründliche - etwa, wie Johanna den Dauphin auf ihre Seite zieht - wird ausgespart, dafür ist zu sehen, was gemeinhin nicht gezeigt wird: Jeanne la pucelle ist ein Teenager, kichert wie ein 15jähriges Mädchen, und ist selbst am meisten überrascht vom Schmerz, wenn ein Pfeil die Rüstung durchbohrt.
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