John Rabe

 D/F/China 2009
Drama, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 10.04.2009 134 min.
7.20
John Rabe

Der Hamburger Kaufmann Rabe rettet 1937 während des "Massakers von Nanking" 250.000 Zivilisten.

1937. Seit knapp 30 Jahren lebt der Hamburger Kaufmann John Rabe mit seiner Frau Dora in der damaligen chinesischen Hauptstadt Nanking. Er leitet die dortige Siemens-Niederlassung. Der Gedanke, die Firmenleitung seinem Nachfolger Fließ zu übergeben und nach Berlin zurückzukehren, fällt ihm schwer.
Während seines Abschiedsballs wird Nanking von Fliegern der japanischen Armee bombardiert, die kurz zuvor bereits Shanghai eingenommen hat. Panik bricht aus und Rabe öffnet die Tore des Firmengeländes, um die schutzsuchenden Familien seiner Arbeiter in Sicherheit zu bringen.
Obwohl die kaiserliche japanische Armee mit ungeahnter Brutalität gegen die Zivilbevölkerung vorgeht, gelingt es Rabe und seinen Mitstreitern mit Mut und Geschick, den Japanern die geplante Sicherheitszone abzutrotzen. Hunderttausende strömen in die Zone - weit mehr als erwartet. Doch die Übergriffe der Japaner nehmen kein Ende und die Versorgungssituation wird immer schlechter. Schließlich planen die Japaner, die Zone unter einem Vorwand zu stürmen - für Rabe beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...

Details

Ulrich Tukur, Daniel Brühl, Steve Buscemi, Anne Consigny u.a.
Florian Gallenberger
Annette Focks
Jürgen Jürges
Florian Gallenberger
ThimFilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der gute Nazi
    Der Film belegt, dass es ihn auch gab, den ’guten Nazi’. Er lebte in Fernost und half tausenden von Chinesen gegen die japanischen Invasoren zu überleben. Kurz vor Kriegsausbruch wird John Rabe (routiniert Ulrich Tukur) fast zu seinem Glück als Lebensretter gezwungen. Vielleicht ist es aber auch die Einsicht in die Notwendigkeit. Das ist interessant und informativ aufgezogen als gutes, altes Erzählkino auf Realitätsbasis. Selbst etwas Spannung kommt auf, wenn Rabe und seine Kollegen - u.a. Anne Consigny – mutig einen Hort der Zuflucht errichten gegen willkürliche Erschießungen und Vergewaltigungen. Die totale Subjektivität als Maxime vertieft zwar das Leid der Betroffenen und ergreift auch die Zuschauer, reicht aber bisweilen an die Schmalzgrenze heran. Die Rolle von Rabes Frau Dora (Dagmar Manzel) wird als wenig hilfreicher emotionaler Spielball benutzt. Bei ihrer Wiederauferstehung nach ihrem angeblichen Tod will keine rechte Freude aufkommen. Geschickt werden historischen Zeitdokumente eingeschoben und belegen die Authentizität des Stoffes.
    Hier erweist sich die deutsch-japanische Gesinnungsgemeinschaft mal ironischerweise als hilfreich, wenn z.B. eine riesige Hakenkreuzfahne die Bombardierung der Schutzzone verhindert. Die übrigen Rollen von Rabes Mitstreitern sind nicht nur gut besetzt (Daniel Brühl, Steve Buscemi), sondern auch gut ausgewählt als diplomatische Unterstützung und als Arzt. Ein gut gemachter Film der Zeitgeschichte von internationalem Format.