Johnny zieht in den Krieg

 Usa 1971

Johnny got his gun

Kriegsfilm / Antikriegsfilm 
film.at poster

Einem Siebzehnjährigen werden im Ersten Weltkrieg durch eine explodierende Granate das Gesicht zerstört, Arme und Beine abgerissen; der Rumpf ohne Augen, Nase, Mund und Ohren, wird von den Ärzten am Leben gehalten. Nach einiger Zeit erkennt der junge Mann seinen hoffnungslosen Zustand und nimmt Kontakt zur Umwelt auf. So bittet er eine Krankenschwester, ihn sterben zu lassen. Ein Arzt vereitelt den Plan. Eindringlicher, schockierender Antikriegsfilm

Länge: 95 min.

Details

Timothy Bottoms, Kathy Fields, Donald Sutherland, Jason Robards
Dalton Trumbo
Dalton Trumbo

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Rest ist Schweigen
    Es ist nicht nur ein Anti-Kriegsfilm, sondern er berührt auch das Thema Sterbehilfe.
    Aber was für ein arg verharmlosender Titel. Johnny zieht nicht bloß in den Krieg, er kommt darin um. Im Mittelpunkt steht der übriggebliebene Torso eines Soldaten (Timothy Bottoms): blind, taub, stumm und ohne Arme und Beine. Das ist die ultimative Verletzungsmöglichkeit, die schon im 1. Weltkrieg den Medizinern als menschliches Versuchskaninchen diente.
    Es ist ein erschütterndes Drama, das mit einem optisch außergewöhnlichen Blickwinkel aufwartet: über weite Strecken ist es ein Monolog dieses Johnny, der versucht aus dem eigenen Dunkel mit seiner Umgebung zu kommunizieren (in s/w). Und das Ganze wird qualitativ weiterhin verstärkt durch teils surreale Traumsequenzen, in denen außer farbigen Rückblenden aus der Vergangenheit unter anderem auch Jesus (Donald Sutherland) vorkommt. Das ist unvergleichlich großartig. Hierzu gehört auch Johnnys erste und einzige Liebesnacht mit Kareen (Kathy Fields), die beide in fast kindlicher Unschuld verbringen. Seine Erinnerungen sind für ihn die Wirklichkeit. Er sagt von sich ‘Jetzt bin ich nur ein Traum‘.
    Wie Johnny dann doch mit einer Krankenschwester (Diane Varsi) in Kontakt tritt, ist schier unglaublich und deswegen rührend. Sie kann ihn letztlich nicht erlösen nur vorübergehend erleichtern.
    Am Ende zieht sich die Kamera hilflos zurück und lässt Johnny mit seinen SOS- Rufen allein. Es bleibt ein erschütterndes Drama über die Grenzsituation der menschlichen Existenz. Eine einsame Klasse für sich.