Kabuli Kid

 AFG/F 2009
Drama 95 min.
6.70
film.at poster

Eine liebevoll durchgespielte Variation auf Charlie Chaplins unvergessliche Stummfilmkomödie "The Kid".

Der Taxifahrer Khaled schenkt der burkaverhüllten Frau wenig Beachtung, die gleich bei Fahrtantritt zahlt und ganz plötzlich verschwindet. Erst später wird er auf das Bündel aufmerksam, das auf der Rückbank zurückgeblieben ist: ein kleiner Junge, höchstens ein halbes Jahr alt.

Ohne jede Hektik, mit dokumentarischem Gestus, entfaltet Barmak Akram seine Geschichte. Er bringt so ein soziales Panorama hervor, das sich - so rührend wie komisch - um ganz normale Leute dreht, die nicht unter normalen Umständen leben. (cb / Filmarchiv)

Details

Hadji Gul, Valéry Schatz, Amèlie Glenn, Mohammed Chfi Sahel, Helena Akram u.a.
Barmak Akram
Barmak Akram
Laurent Fleutot
Barmak Akram

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Ein freies Afghanistan
    Der Film gewährt einen detailreichen Einblick in den Alltag im heutigen Kabul. Da es keinen spannungsgeladenen Aufbau gibt und ein offenes Ende, geht die Kategorisierung wohl eher in Richtung Parabel. Thema ist die Suche nach der Mutter eines im Taxi zurückgelassenen männlichen Babys. Afghanistan sucht also seine Wurzeln. Am Ende gibt es sogar vier Mütter, nachdem eine Salomonische Entscheidung vorangestellt wurde, ähnlich dem ’kaukasischen Kreidekreis’. Es könnten etwa die Russen, die Taliban, die Afghanen selber oder die Amerikaner sein. und als man sie endlich gefunden zu haben scheint, hält sich der Film sehr bedeckt; soll heißen: eine Mutter gibt es, aber sie ist unbekannt. Doch dann versteckt Regisseur Akram ganz am Ende doch seine Lösung: Von den Burkaträgerinnen geht eine mit dem Bündel davon. Sie hinkt, ist alt und kann wenig mit dem Kleinen anfangen. Wer die Mutter letztlich ist, erfahren wir nicht, nur den Namen des Babys: “Massoud“. Ein afghanischer Held, der für Demokratie im Lande gekämpft hat und Gegner der Taliban war. Er wollte ein westlich orientiertes, freies Land. Der Taxifahrer streichelt einmal das Baby und sagt ’Du bist ein Löwe’. Den Titel trug der historische Massoud ebenfalls. Afghanistan hat bei der Suche nach seinen freiheitlichen Wurzeln mehrere Optionen. Es braucht einen langen Atem bis das Land die richtige auswählen wird.