Kairo 678

 Ägypten 2010

678

Drama 27.04.2012 100 min.
7.50
Kairo 678

Ein Jahr nach dem arabischen Frühling zeigt KAIRO 678 den gesellschaftlichen Umbruch in Ägypten aus der bisher nicht gezeigten Perspektive der Frauen.

In seinem Regiedebüt greift der Drehbuchautor Mohamed Diab das im Land am Nil und von der Revolution tabuisierte Thema der sexuellen Belästigung auf. Diab erzählt von drei Frauen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, die sich nicht länger mit männlichen Übergriffen abfinden wollen.

Details

Boshra, Nelly Karim, Maged El Kedwany u.a.
Mohamed Diab
Hani Adel
Ahmed Gabr
Mohamed Diab
Arsenal

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Aufstand der Frauen
    Die Fragen, die der ägyptische Film gleich zu Beginn aufwirft, könnten genauso gut auch bei uns gestellt werden: 1. ‘Wurdet ihr belästigt?‘ 2. ‘Wie häufig?‘ und 3. ‘Wie habt ihr darauf reagiert?‘ Denn alles unterhalb einer Vergewaltigung ist doch noch OK, sagt man. Die Frauen wurden nun mal so erzogen, alles schüchtern zu erdulden. Es besteht eine Diskrepanz zwischen öffentlichem Verhalten und privaten Absichten. Doch inzwischen wehren sich die Frauen. Wir sehen drei Beispiele. Seba (Nelly Karim) gibt Selbstverteidigungskurse, Nelly (Nahed El Sebai) macht eine Anzeige. Das ist ein Novum für Ägypten. Und Fayza (Boshra Parwani) sticht den Grabscher in der Buslinie 678 mit einer Haarnadel in Richtung Kronjuwelen. Der ermittelnde Kommissar (Bassem Samra) ist auch für die Komik zuständig. Zu Hause ist er ein Pantoffelheld. In der Ehe helfen den Frauen gegen erduldeten Sex ein Biss in eine Zwiebel oder totale Müdigkeit. So wird ein an sich ernstes Thema recht unterhaltsam dargeboten und appelliert an die Frauen den Mut zur Emanzipation zu haben und an die Männer mehr Verständnis, Toleranz und Respekt gegenüber den Frauen zu zeigen – nicht nur in Ägypten.