Kinematografie - Elementar 5

 
Kurzfilm 
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Die beiden Programme 5 und 6 widmen sich zur Gänze dem „Goldstaubfund“. Die überwiegende Anzahl der Fabrikate entstammt der Firma Pathé und spiegelt damit einerseits die marktbeherrschende Stellung der französischen Filmfirmen und andererseits den breiten Publikumsgeschmack während der Nullerjahre des 20. Jahrhunderts wider. Neben Filmen mit erstaunlicher Tricktechnik, Dramen, Feerien und Aktualitäten, teilweise in berauschender Farbigkeit, beinhaltet der Fund im Wesentlichen „Komische“ und „Pikante Szenen“. Sie bilden das Zentrum der beiden Programme. Einen wesentlichen Reiz aus heutiger Sicht üben gerade diese Filme durch den Wechsel von Innen- und Außenaufnahmen aus. Das 19. Jahrhundert blitzt dadurch in vielfältiger Form auf. Herrschende Erziehungsmethoden, Geschlechterrollen, soziale Hierarchien, bürgerliche Moral, Herrschafts- und Familienverhältnisse usf. rücken ebenso ins Bild wie die subtilen, teilweise bissigen und derben Gegenangriffe, die diese Ordnungen kurzfristig auflösen und zu Momenten von Anarchie verdichten. So zeigen gerade tölpelhaft dargestellte Bauern die Verkommenheit bürgerlicher Moral, verteilen Kinder jene Stockschläge, die ihnen gegolten hätten, folgt den strengen Formen der Zeremonie einer Hochzeitsgesellschaft deren Verfall, entkommen Diebe ihren Verfolgern, oder schont ein durchgegangenes Automobil ohne Chauffeur einen Krüppel aber nicht die Polizei.

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