Kohi jikou / Café Lumière

 J 2004
Drama 104 min.
7.00
film.at poster

Yoko kommt aus Taiwan nach Tokio zurück und ist schwanger, wie sie ihren Eltern mitteilt. Der Kindsvater ist Taiwanese, und Yoko will ihn nicht heiraten. Hou Hsiao-hsien, der Meister des taiwanesischen Kinos drehte dieses Mal in Japan, und er zeigt Schienenstränge und Bahnhöfe, Orte, an denen sich Menschen genau so beiläufig begegnen wie die Figuren in diesem schönen, langsamen Film. Yoko ist einfach da: Sie isst, sie liest, sie liegt herum, und immer wieder sitzt sie im Zug. Die Kamera Lee Ping-bings bleibt auf Distanz; Nahaufnahmen sind selten, und die meisten Einstellungen dauern lange, ohne dass sich die Kamera oder die Figuren im Bild bewegten. Einmal etwa, zu Besuch bei den Eltern, liegt Yoko im Wohnzimmer auf dem Boden. Die einzige Aktion besteht darin, dass die Hauskatze durch den Raum streicht, auf den Schreibtisch springt oder an Yokos Zehen schnuppert. Oft rückt Hou Hsiao-hsien Schienenstränge und Bahnhöfe ins Bild: Knoten- und Kreuzungspunkte; Menschen begegnen sich hier und treiben mit der gleichen Beiläufigkeit auseinander, mit der der Regisseur seine Figuren durch den Film streifen lässt. Café Lumière ist ein schöner Beweis dafür, dass ein Kino ohne Erklärungen und Emphase viel mehr vermag als Filme, die jede Handlung ihrer Figuren erläutern und sich mit Bedeutung aufpumpen wollen. (Cristina Nord)

(Text: Viennale 2004)

Details

Yo Hitoto (Yoko), Tadanobu Asano (Hajime), Masato Hagiwara (Seiji), Kimiko Yo (Yokos Stiefmutter), Nenji Kobayashi (Yokos Vater)
Hou Hsiao-hsien
Lee Ping-bing
Hou Hsiao-hsien, Chu Tien-wen

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Generelle Beobachtungen
    Dieser Trend würde seinen Höhepunkt mit "Los Muertos" finden, aber hier ist ein tolles Beispiel für Filme, die denken, Langsamkeit an sich wäre ein Stil. Diese Regisseure verstehen nicht, warum andere lange Einstellungen einsetzen und das jeder Stil seinen Ursprung im Zweck haben muss. Vielmehr lässt dieser Trend auch auf eine Unwilligkeit schließen, eine Meinung zu vertreten. Wenn man nichts sagt, kann man nicht kritisiert werden. Der Mensch ist so gebaut, das er alles in einen logischen Zusammenhang bringen will. Wenn das Gezeigte keinen Sinn ergibt, wird er so lange suchen, bis er Symbole und Themen findet, die in seinem Kopf etwas auslösen. Hou Hsien-hsiao ist ein anerkannter Filmemacher und von mir vielleicht zu Unrecht beschuldigt, doch "Cafe Lumiere" funktioniert nicht.

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