Korczak

 Polen/BRD/GB 1990
Drama, Biografie 115 min.
7.40
film.at poster

Über die letzten Lebenstage des Polnischen Lehrers, der jüdische Waisenkinder vor dem Zugriff der Nazis rettete.

Details

Wojciech Pszoniak, Ewa Dalkowska, Marzena Trybala uva.
Andrzej Wajda
Wojciech Kilar
Robby Müller
Agnieszka Holland

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Ein stiller Held
    Andrzej Wajda hat einem polnischen Humanisten, den viele einen Heiligen und Märtyrer nennen, ein Denkmal gesetzt. Zur Zeit des Warschauer Ghettos im zweiten Weltkrieg versorgt er Waisenkinder und geht mit ihnen in letzter Konsequenz in die Gaskammern von Treblinka. Wajda dreht in s/w und findet einen Spagat zwischen Dokumentation und Emotion. Die Kulissen sind Originalaufnahmen nachempfunden, manche Szenen ähneln auffallend den Dokumentationen aus dem Ghetto. In der Titelrolle Wojciech Pszoniak, in dessen Gesicht sich Angst und menschliche Wärme spiegeln, Stärken und Schwächen. Besonders verdienstvoll ist die Tatsache, dass es keine einseitige Lobhudelei wurde. Manchmal war Korczak dem Druck einfach nicht mehr gewachsen und griff zur Flasche. Auch die gegensätzlichen Fraktionen innerhalb der jüdischen Gemeinde werden dargestellt: Geschäftemacher, Kriegsgewinnler und ‘Verräter‘. Sogar für eine zart angedeutete Liebesgeschichte ist Platz. Wajda weiß natürlich – und hat das in anderen Filmen gezeigt - dass Einzelschicksale besonders unter die Haut gehen. Das Theaterstück der Kinder im Ghetto ist besonders rührend, weil der Zuschauer den wahren Ernst der Lage kennt. Korczak sagt, es macht sie mit dem Tod vertraut.
    Der Auszug der Kinder mit Korczak an der Spitze gerät zu einer Anklage gegen das mörderische Nazi-System. Das fängt Wajda mit dem verklärenden Ende auf. Wie im Traum verlassen alle die Güterwagen und gehen ins Licht. Ein weißer, heller, verklärender Schluss für dieses dunkle Kapitel.