L'Enfant - Das Kind

 B/F 2005

L' Enfant

Drama 100 min.
7.50
film.at poster

Ein junger, unbekümmerter Mann ohne Einkommen, der von gelegentlichem Schwarzhandel lebt, beschließt, hinter dem Rücken der Freundin, ihr neugeborenes Kind zu verkaufen.

Bei den Dreharbeiten zu ihrem vorangegangenen Film Le Fils fiel den Brüdern Dardenne ein junges Mädchen mit einem Kinderwagen auf, in dem ein Neugeborenes schlief. Aus der Frage heraus, wer wohl der Vater des Kindes sein mochte, entstand die Idee für die zentrale Figur in L´ Enfant Bruno, einen jungen, unbekümmerten Mann ohne Einkommen, der von gelegentlichem Schwarzhandel lebt und nicht viel Aufhebens um seine neue Rolle als Vater macht. Hinter dem Rücken seiner Freundin Sonia beschließt er, das Kind zu verkaufen.

Bruno kann alles in Geld verwandeln: eine geklaute Digitalkamera, seinen Hut, die Wohnung der jungen Mutter, während diese im Krankenhaus ist. Als ihm ein Angebot für das Neugeborene unterbreitet wird, sagt er nicht Nein. Er bettet den Säugling in einer leer stehenden Wohnung auf seine Jacke und lehnt sich im Nebenzimmer an die Wand. Als sein Mobiltelefon einmal läutet, geht er ins andere Zimmer und sammelt die Scheine ein man hat noch nicht begriffen, was er tut, da ist es schon geschehen. «Ich dachte, wir könnten einfach noch ein Kind machen», sagt er später zu seiner Freundin. Nicht mal eine Ausrede glaubt er erfinden zu müssen. Die Dardennes inszenieren dies, ohne dass sie ihr Publikum zu einer Emotion zwängen; sie zeigen, was geschieht, und verzichten auf zusätzliche Emphase. Dabei bleiben sie der dynamischen Kameraarbeit der Vorgängerfilme treu, die Figuren sind fast immer in Bewegung, auf der Flucht, stets gehen sie eine Spur zu eilig durch die Straßen. Dass sie nur entkommen können, indem sie innehalten, müssen sie in einem schmerzhaften Prozess begreifen lernen. (Cristina Nord)

(Text: Viennale 2005)

Details

Jérémie Renier (Bruno), Déborah Francois (Sonia), Jérémie Segard (Steve), Fabrizio Rongione (junger Ganove), Olivier Gourmet (Zivilpolizist), Stéphane Bissot (Hehlerin), Mireille Bailly (Brunos Mutter)
Jean-Pierre Dardenne / Luc Dardenne
Alain Marcoen
Jean-Pierre und Luc Dardenne

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • nun ja....
    ...der Film hat mich zwar nicht gerade vom Kinosessel gerissen, aber er war sicher gut gemacht und hat einen tiefen Einblick in die Hoffnungslosigkeit jugendlicher Krimineller gewährt, die völlig ohne Werte aufwachsen. Kinder, die Kinder bekommen und damit völlig überfordert sind. Teils schockierend realistisch.